Wladimir Putin und Recep Tayyin Erdogan beim G20-Gipfel in Antalya | Bildquelle: AP

Krise zwischen Russland und Türkei Treffen zwischen Erdogan und Putin abgesagt

Stand: 14.12.2015 15:56 Uhr

Die Eiszeit zwischen Russland und der Türkei geht weiter: Jetzt haben die Präsidenten der beiden Länder ein für Dienstag geplantes Gespräch abgesagt. Außerdem wurde ein neuer Zwischenfall mit einem türkischen Frachter und einem russischen Konvoi im Schwarzen Meer bekannt.

In der Krise zwischen der Türkei und Russland ist keine Entspannung in Sicht: Nun ist ein für Dienstag geplantes Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan abgesagt worden. Das in St. Petersburg vorgesehene Gespräch finde nicht statt, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Das Treffen war bereits am 15. November am Rande des G20-Gipfels in Antalya vereinbart worden. Die Beziehungen beider Länder sind nach dem Abschuss eines russischen Jets durch die Türkei im syrisch-türkischen Grenzgebiet am 24. November äußerst angespannt.

Türkischer Frachter soll russischen Konvoi blockiert haben

Am selben Tag hatte es außerdem einen Zwischenfall im Schwarzen Meer gegeben, wie ein staatliches russisches Energieunternehmen erst jetzt bekannt gab. Ein türkischer Frachter soll einem Konvoi russischer Schiffe, darunter auch ein Zerstörer, den Seeweg blockiert haben, heißt es in dem Bericht des auf der Krim ansässigen Unternehmens Tschernomorneftegas. Weiter heißt es: "Entgegen internationaler Regeln zur Vermeidung von Schiffskollisionen auf See und allgemein anerkannter Navigationsnormen hat ein türkisches Schiff dem Konvoi den Weg nicht freigemacht." Das türkische Schiff habe eine "Notfallsituation" geschaffen und nicht auf Funksprüche reagiert. Zwei Schiffe von russischer Küstenwache und Marine hätten das türkische Schiff schließlich zum Kurswechsel gezwungen.

Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: REUTERS
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Putin (links) und Erdogan beim G20-Gipfel in Antalya kurz vor der Vereinbarung des Treffens

Weiterer Zwischenfall in der Ägäis

Erst am Sonntag hatte ein russisches Kriegsschiff in der Ägäis ein türkisches Fischerboot zur Kursänderung gezwungen. Der russische Zerstörer "Smetliwi" feuerte dabei Warnschüsse ab. Zunächst reagierte das Boot nicht, änderte aber schließlich nach den Schüssen seinen Kurs scharf und passierte den Zerstörer in rund 500 Metern Abstand.

Russland hatte bereits nach dem Abschuss des Kampfjets Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt und eine Entschuldigung verlangt. Die Streitkräfte wurden nach eigenen Angaben angewiesen, jedes Flugzeug abzuschießen, das für die russischen Soldaten in Syrien eine Bedrohung ist. Russland kämpft in Syrien an der Seite von Präsident Bashar al-Assad, während ihn die Türkei stürzen will.

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