Lessin auf der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2003  | Bildquelle: dpa

Neue Autopsieergebnisse Ex-Putin-Berater starb durch Gewalteinwirkung

Stand: 11.03.2016 09:41 Uhr

Der tot in einem Hotelzimmer in Washington aufgefundene Ex-Putin-Berater Lessin ist an stumpfer Gewalteinwirkung gestorben. Das hätten die Ergebnisse einer Autopsie ergeben, berichten amerikanische Medien. Russische Medien hatten zuvor einen Herzinfarkt als Todesursache angegeben.

Der frühere Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Michail Lessin, ist nach übereinstimmenden US-Berichten gewaltsam ums Leben gekommen und nicht an einem Herzanfall gestorben.

Die "Washington Post" und andere Medien zitierten aus einem Gutachten des obersten Gerichtsmediziners der US-Hauptstadt: Die Todesursache sei demnach Gewalteinwirkung gegen Lessins Kopf. Außerdem führe der Bericht Verletzungen an Nacken, Oberkörper, Armen und Beinen an.

Lessins Leiche war am 5. November 2015 in einem Washingtoner Hotel entdeckt worden. Er wurde 59 Jahre alt. Lessin war von 1999 bis 2004 Informationsminister und später Putins Berater. Kritikern zufolge spielte er eine wesentliche Rolle bei der Knebelung unabhängiger Medien in Russland.

Polizei äußert sich nicht zu genauen Umständen

Die Washingtoner Polizei erklärte am Donnerstag, der Fall werde weiterhin untersucht. Ein Sprecher wollte sich laut "Washington Post" nicht zu den genauen Umständen äußern. Auch das Büro des Gerichtsmediziners in Washington war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht zu erreichen.

Die Russische Botschaft in Washington beklagte sich unterdessen über den mangelnden Informationsaustausch. Die amerikanischen Ermittler hätten noch immer keine substantiellen Informationen geliefert.

Der Kreml hatte den Tod Lessins im November bestätigt. Die staatliche Fernsehgesellschaft Russia Today, bei deren Gründung Lessin mitgeholfen hatte, nannte eine Herzattacke als Todesursache. Davon hatte angeblich auch Lessins Familie gesprochen und sich auf entsprechende langjährige Beschwerden berufen.

Mit Informationen von Martin Ganslmeier.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. März 2016 um 21:45 Uhr.

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