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Die maskierten Mitglieder der Punkgruppe

Prozess gegen Punkband "Pussy Riot"

Putin will Milde walten lassen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich für ein mildes Urteil gegen die angeklagten Mitglieder der Punkband "Pussy Riot" ausgesprochen. "An dem, was sie getan haben, ist nichts Gutes dran", zitierten ihn russische Nachrichtenagenturen. "Ich denke dennoch nicht, dass sie allzu hart dafür bestraft werden sollten", fügte er hinzu. Die drei jungen Frauen hätten ihre Lektion bereits gelernt.

Es war das erste Mal, dass Putin Stellung zu dem umstrittenen Verfahren bezog. Der Präsident äußerte sich am Rande seines Besuches bei den Olympischen Spielen in London und nach Gesprächen mit dem britischen Premierminister David Cameron.

Die drei jungen Punkmusikerinnen hatten im Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale mit einem "Protestgebet" (siehe Box unten) gegen die Wiederwahl Putins demonstriert. Die Anklage wirft ihnen Rowdytum aus religiösem Hass vor. Ihnen drohen sieben Jahre Haft.

Auch Vertreter der Kirche sprachen sich für ein mildes Urteil aus: Der Erzpriester der russisch-orthodoxen Kirche, Wsewolod Taschaplin, begrüßte die Äußerung Putins und erklärte, es sei "dumm", das umstrittene Protestgebet der Punkband in der Erlöserkathedrale weiter zu verfolgen.

Eine überraschend "weiche" Äußerung Putins

Putin
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"Die drei jungen Frauen haben ihre Lektion bereits gelernt", sagt Putin und plädiert für eine milde Strafe der Musikerinnen.

Die Verteidigung wertete die Aussagen Putins als möglichen "Wendepunkt" in dem Verfahren wegen Rowdytums. Überraschend habe sich Putin nun "weicher" als zuletzt geäußert, sagte der Verteidiger Nikolai Polosow. "Das könnte mit Druck von außen zusammenhängen - oder von innen heraus kommen." Zwar kritisieren Kremlgegner immer wieder die politische Einmischung in laufende Verfahren in Russland. Dies könne aber ein positives Signal sein, sagte Polosow.

Britische Musiker fordern Freilassung

Zahlreiche britische Rockstars riefen Russland zu einer Einstellung des Prozesses gegen die drei Frauen der Band auf. Pete Townshend von der Gruppe "The Who", "Pulp"-Sänger Jarvis Cocker und Neil Tennant von den "Pet Shop Boys" veröffentlichten in der Zeitung "The Times" einen offenen Brief. Darin forderten sie die Freilassung der Frauen, die sich seit vier Monaten in Untersuchungshaft befinden. Der Auftritt der Band in der wichtigsten Moskauer Kathedrale sei eine legitime Protestaktion gewesen, schrieben die Musiker. Der Brief erschien während des Aufenthalts Putins in London.

Russischer Präsident Putin fordert nicht zu hartes Urteil
S. Laack, ARD Moskau
03.08.2012 11:35 Uhr

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Das "Punk-Gebet" der Band "Pussy Riot"

"Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!
Vertreibe Putin, vertreibe Putin! Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen -
Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung
Das Gespenst der Freiheit im Himmel
Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt.
Der KGB-Chef ist euer oberster Heiliger,
Er steckt die Demonstranten ins Gefängnis.
Um den Heiligsten nicht zu betrüben
Müssen Frauen gebären und lieben.
Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck! Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck!
Mutter Gottes, du Jungfrau, werde Feministin,
Werde Feministin, werde Feministin!
Kirchlicher Lobgesang für die verfaulten Führer -
Kreuzzug aus schwarzen Limousinen.
In die Schule kommt der Pfarrer,
Geh zum Unterricht - bring ihm Geld.
Der Patriarch glaubt an Putin.
Besser sollte er, der Hund, an Gott glauben.
Der Gürtel der Seligen Jungfrau ersetzt keine Demonstrationen -
Die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns!
Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!
Vertreibe Putin, vertreibe Putin!"

Übersetzung: dpa

Stand: 03.08.2012 16:46 Uhr

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