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Nach Protest in Moskauer Kathedrale
"Pussy Riot" wegen Putin-Kritik vor Gericht
Seit ihrem maskierten Auftritt in der größten Moskauer Kathedrale ist die russische Punkband das Symbol des Widerstands gegen Präsident Putin: Seit heute müssen sich die drei Frauen vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihnen bis zu sieben Jahre Arbeitslager.
Von Markus Sambale, ARD-Hörfunkstudio Moskau
Von heute an müssen sich die drei Frauen von "Pussy Riot" vor einem Gericht in Moskau verantworten. "Rowdytum aus religiösem Hass" - so lautet der Vorwurf der Anklage. Bei einer Verurteilung in dem umstrittenen Prozess droht den Mitgliedern der Punk-Band eine Strafe von bis zu sieben Jahre Arbeitslager.
Prozessauftakt gegen Moskauer Frauen-Band "Pussy Riot"
M. Sambale, ARD Moskau
30.07.2012 15:05 Uhr
"Pussy Riot" hatten im Februar - kurz vor der Präsidentenwahl - die größte Moskauer Kathedrale, das Heiligtum der russisch-orthodoxen Kirche, gestürmt und dort ein so genanntes Punk-Gebet aufgeführt. Darin riefen sie, die Mutter Gottes solle Russland von Wladimir Putin erlösen.
Kurz darauf wurden die drei Aktivistinnen festgenommen, seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft, die kürzlich bis Januar 2013 verlängert wurde.
Politisch motiviertes Verfahren?
Die Verteidiger halten das Verfahren für politisch motiviert, es werde aus der Umgebung von Präsident Putin gesteuert. Amnesty International erkannte die Frauen als politische Gefangene an. Menschenrechtler aus dem In- und Ausland sprechen von einem Schauprozess und fordern, die Pussy-Riot-Musikerinnen freizulassen. Internationale Künstler wie Sting und die Red Hot Chili Peppers erklärten sich solidarisch mit den Frauen.
Beim heute beginnenden Prozess gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, das Verfahren soll live im Internet gezeigt werden.
Prozess gegen Punkband "Pussy Riot" beginnt
tagesschau 17:00 Uhr, 30.07.2012, Olaf Bock, ARD Moskau
Stand: 30.07.2012 11:19 Uhr
