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Musikclub "CBGB" in New York
Musikfestival will legendäre Punkzeiten wiederbeleben
The Ramones, Patti Smith, Talking Heads - alle Bands brachten es zu Weltruhm. Und alle haben ihre Karriere in demselben schmuddeligen Kellerclub in New York gestartet, dem CBGB. 2006 musste der Club schließen - nun soll ein Festival den Geist der vergangenen Tage wieder aufleben lassen.
Von Claudia Sarre, ARD-Hörfunkstudio New York
New York 1973: die Lower Eastside ist ein finsteres Viertel. Die Fassaden sind mit Graffiti beschmiert, auf den Straßen wimmelt es von Prostituierten, Junkies und Gesindel. Auf der Bowery öffnet ein neuer Musik-Club, das CBGB’s. "Ins CBGB’s zu gehen war damals ein Abenteuer. Es war einfach eine dreckige Bar. Ein Scheißloch. Es fühlte sich so an, als würde man in den Keller eines Freundes gehen", erinnert sich Mickey Leigh.
Der Geist des Punkrock lebt weiter - als Musikfestival
C. Sarre, ARD New York
07.07.2012 07:48 Uhr
Leigh ist der Bruder von Joey Ramone. Die Ramones gehörten - neben Patti Smith, den Talking Heads, Television oder Blondie - zu den ersten, die im CBGB’s auftraten - am Anfang vor drei oder vier Zuschauern. "Die Ramones machten ihre Show. Und das wars. Dann sind wir nach Queens zurückgefahren und haben Tacos gegessen", so Leigh.
3000 schwitzende Pogo-Tänzer
Es dauerte nicht lange, bis aus drei Zuschauern 3000 schwitzende Pogo-Tänzer wurden, erzählt Mikey Leigh, der heute noch immer in Queens lebt. Das CBGB, die Abkürzung steht für "Country Bluegrass Blues", wurde zum Szenetreffpunkt von New Yorks Punk- und New- Wave-Bands - und später zum wohl legendärsten Punkrock-Club Amerikas. "Der Club hat heute noch große historische Bedeutung. Das CBGB ist die Keimzelle eines ganzen Musik-Genres", sagt Leigh.
Heute, fast 40 Jahre später, hat Mickey Leigh mit seiner Band The Rattlers einen Auftritt auf dem CBGB-Festival, das findige Musikmanager nun gegründet haben. Neben Filmen und Podiumsdiskussionen präsentiert es unzählige Konzerte auf rund 40 Bühnen. Das ist selbst für New York City ein Riesenereignis. "Wir fühlen uns als Kuratoren. Unsere Aufgabe ist es, neue Talente zu fördern und das Feuer des Rock'n Roll zu erhalten", sagt Festivalorganisator Joe D’Urso. Er erwarb mit weiteren Investoren die Rechte an der Marke CBGB. Das Line-Up umfasst rund 300 Bands: Von Superchunk Open Air am Times Square über Agnostic Front in der Webster Hall bis War on Drugs im Central Park.
Ein neuer CBGB in New York?
"Es gibt heute keinen wirklichen Veranstaltungsort für junge Bands. Hoffentlich kann dieses Festival nun neue fetzige Bands fördern. Wir Veteranen geben ihnen nur etwas Starthilfe, einen kleinen Klaps auf den Arsch", sagt Alt-Rock'n Rolleri'n Bebe Buell, Ex-Freundin von Steve und Mutter von Liv Tyler.
Auch wenn der Original-Club CBGB auf der Bowery 2006 seine Pforten schließen musste, lebt sein Geist weiter. Nicht nur durch das neue Festival, das seinen Namen trägt, sondern auch in einem Kinofilm. Und schon bald - so die Festivalorganisatoren - soll in Manhattan ein neuer CBGB-Musikclub eröffnen. Ob das Pogotanzen und Stagediving dort genauso wild sein werden wie im New York der Siebzigerjahre, ist allerdings fraglich.
Stand: 07.07.2012 09:57 Uhr
