Betende Menschen in Puerto Rico | Bildquelle: AP

Puerto Rico nach Hurrikans Ausgeliefert und ohne Strom

Stand: 30.10.2017 09:04 Uhr

Mehr als vier Wochen nach Hurrikan "Maria" sind immer noch weite Teile von Puerto Rico ohne Strom. Für die Wiederherstellung sollte ein US-Unternehmen sorgen - mit zwei Mitarbeitern. Doch der Vertrag wurde nun gekündigt.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Viele Puerto Ricaner haben das Gefühl, US-Bürger zweiter Klasse zu sein. Mehr als einen Monat nachdem die Karibik-Insel gleich von zwei Hurrikans heimgesucht wurde, müssen immer noch 70 Prozent der Puerto Ricaner ohne Strom klarkommen. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft der Insel ist hoch verschuldet. Also beauftragte man ein Energie-Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Montana, das Stromnetz auf der Insel wiederherzustellen.

Zwei Mitarbeiter für eine ganze Insel

Doch das entpuppt sich als keine gute Entscheidung: Denn die Firma WhitefishEnergy besteht erst seit zwei Jahren und hatte bis vor kurzem nur zwei Mitarbeiter. Nach dem Großauftrag hat die kleine Firma 350 Mitarbeiter eingestellt. Aber das Versprechen des Gouverneurs von Puerto Rico, dass seine Bürger bis Weihnachten wieder Strom haben, erschien zuletzt immer unrealistischer.

Reparatur der Stromleitungen | Bildquelle: AFP
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Noch 70 Prozent der Puerto Ricaner müssen ohne Strom klarkommen.

Zumal die US-Behörde für Katastrophenmanagement erhebliche Bedenken gegen den Auftrag und die überhöhten Preise äußerte. Im Raum steht der Verdacht, die kleine Firma haben den großen Auftrag nur deshalb bekommen, weil der Innenminister der Trump-Regierung im Städtchen Whitefish lebt. Der bestreitet dies zwar und das Weiße Haus betont, mit all der Auftragsvergabe nichts zu tun zu haben.

Vertrag gekündigt

Doch der Regierung in Puerto Rico zog jetzt die Reißleine: WhitefishEnergy wurde gekündigt, und ein anderes Energieunternehmen soll beauftragt werden. Die Leidtragenden sind die Bewohner der Insel.

Insel ohne Strom – Puerto Rico kündigt Vertrag mit US-Energiefirma
Martin Ganslmeier, ARD-Washington
30.10.2017 14:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 Radio am 30. Oktober 2017 um 10:30 Uhr.

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