Proteste in Karachi gegen die neuen Mohammed-Karikaturen | Bildquelle: dpa

Ärger wegen neuer Mohammed-Karikatur Verletzte bei Protesten in Karatschi

Stand: 16.01.2015 12:52 Uhr

Bei einer Demonstration gegen die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" ist es vor dem französischen Konsulat in der pakistanischen Metropole Karatschi zu Ausschreitungen gekommen. Teilnehmer der Protestaktion bewarfen Polizisten mit Steinen und gaben Schüsse ab, nachdem die Einsatzkräfte Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt hatten, wie ein Reuters-Reporter beobachtete.

An den Ausschreitungen waren etwa 200 Demonstranten beteiligt. Ein Arzt berichtete, es seien mindestens drei Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden. Eine Person befinde sich in kritischem Zustand. Nach Polizeiangaben wurde auch ein Fotograf verletzt, der für die französische Nachrichtenagentur AFP arbeitet.
Auch in anderen pakistanischen Städten demonstrierten Tausende Menschen gegen die Mohammed-Karikatur.

Die Redaktion von "Charlie Hebdo", die in der vergangenen Woche Ziel eines islamistischen Anschlages war, hatte am Mittwoch erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.

Nach zahlreichen anderen muslimischen Länder verurteilte nun auch Katar die Mohammed-Karikaturen in der neuen Ausgabe. Die französische Satire-Zeitung und andere europäische Medien hätten wieder "beleidigende" Bilder des Propheten Mohammed abgedruckt, erklärte das Außenministerium. Dies werde nur zu neuem "Hass und Ärger" führen. Meinungsfreiheit bedeute nicht, andere zu beleidigen, ihre Gefühle zu verletzen oder sich über ihren Glauben lustig zu machen.

Warnung vor Konsequenzen

Der Weltverband der muslimischen Religionsgelehrten mit Sitz in Katar kritisierte "das schändliche und nicht zu entschuldigende Schweigen der Welt" zu der "Beleidigung von Religionen". In einer Erklärung warnte die vom Prediger Jussuf al Karadaui geleitete Organisation vor "schweren Konsequenzen", sollten der Islam, der Koran und der Prophet weiter beleidigt werden, und rief zu "friedlichen Protesten" auf.

Der Prediger mit ägyptischen Wurzeln gilt als Graue Eminenz der Muslimbrüder. Die Regierung von Katar und der Weltverband der muslimischen Religionsgelehrten hatten den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in der vergangenen Woche beide verurteilt. In mehreren muslimischen Ländern gab es zuletzt jedoch Kritik oder Proteste gegen "Charlie Hebdo" und Verbote für Medien, die die Karikaturen nachdruckten, unter anderem in der Türkei, in Jordanien, im Senegal, im Sudan und in Afghanistan.

Zwölf Tote bei Anschlag

Zwei schwer bewaffnete Attentäter hatten in der vergangenen Woche die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" gestürmt und dort und auf der Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Bei einem weiteren Anschlag tötete ein Attentäter in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Geiseln, nachdem er zuvor bereits eine Polizistin erschossen hatte. Alle drei Attentäter wurden von der Polizei erschossen.

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