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Gründung der Grünen-Partei in Tokio
Tausende Japaner demonstrieren gegen Atomkraft
Tausende Japaner haben ihren Widerstand gegen die Atomkraft vor dem Parlamentsgebäude in Tokio bekräftigt. Mit einer Menschenkette um das Parlament forderten sie die Regierung auf, angesichts der Katastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr auf Kernkraftwerke zu verzichten. Zudem protestierten sie gegen das Wiederanfahren zweier Atomreaktoren im Kraftwerk Ohi, da noch nicht alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt seien.
Seit mehreren Monaten versammeln sich jede Woche zehntausende Demonstranten vor dem Regierungssitz in Tokio. Vor zehn Tagen fanden sich zu einer Anti-Atom-Demonstration in einem Park der Hauptstadt bis zu 170.000 Menschen ein. Es war damit die größte Protestkundgebung, seit der Katastrophe im Atomreaktor von Fukushima im März 2011. Im Mai dieses Jahres hatte die Regierung alle 50 Reaktoren des Landes für Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet. Vor kurzem waren die ersten beiden Reaktoren wieder angelaufen.
Grüne Partei gegründet
Zugleich haben Umweltaktivisten und Atomkraftgegner die erste grüne Partei Japans gegründet. Das Land brauche eine Partei, die entschieden für Umweltpolitik eintrete, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Akira Miyabe bei dem Gründungskongress in Tokio. Die Partei, deren Gründung die wachsende Ablehnung der Atomkraft in der Bevölkerung widerspiegelt, will zur nächsten Parlamentswahl eigene Kandidaten aufstellen.
Umweltaktivisten und Atomkraftgegner gründen Grüne Partei
tagesthemen 23:00 Uhr, 29.07.2012, U. Mendgen, ARD Tokio
Stand: 29.07.2012 14:12 Uhr
