Polizeiwagen und Rauchschwaden bei den Protesten in Nantes

Nach Tod eines 21-jährigen Umweltaktivisten Gewalt bei Protesten in Frankreich

Stand: 02.11.2014 01:57 Uhr

Eine Woche nach dem Tod eines jungen Demonstranten in Frankreich sind Hunderte Menschen in mehreren Städten des Landes gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. In der westfranzösischen Stadt Nantes sowie im südfranzösischen Toulouse kam es zu Ausschreitungen. Es gab Verletzte und Dutzende Festnahmen.

An der Demonstration in Nantes nahmen laut Polizei bis zu 800 Menschen teil. Die Ausschreitungen begannen am Nachmittag, an ihnen beteiligten sich etwa 200 gewaltbereite Demonstranten. Sie warfen mit Flaschen und anderen Gegenständen auf Beamte. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Fünf Demonstranten wurden verletzt, einer von ihnen erlitt einen offenen Nasenbruch. Auch drei Polizisten wurden nach Behördenangaben verletzt. 21 Menschen wurden festgenommen. Erst am Abend kehrte Ruhe ein.

Die Polizei in Nantes setzt Tränengas gegen die Demonstranten ein.
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Die Polizei in Nantes setzt Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Zusammenstöße auch in Toulouse

In Toulouse demonstrierten etwa 600 Menschen. Dort wurde bei Zusammenstößen ein Beamter leicht verletzt. Proteste gab es auch in Lille, Amiens, Bordeaux, Avignon, Montpellier, Brest und Saint-Brieuc. In Dijon gingen Schaufensterscheiben zu Bruch, Wände wurden mit Parolen beschmiert.

Auslöser der Demonstrationen war der Tod eines 21-Jährigen am vergangenen Wochenende. Er war bei Protesten gegen einen Staudamm in Südfrankreich vermutlich durch eine Polizeigranate getötet worden. Der Vorfall löste landesweit Bestürzung aus, das Staudammprojekt wurde vorerst gestoppt. Innenminister Bernard Cazeneuve hatte nach dem Tod des Umweltschützers den Einsatz von Granaten bei der Polizei untersagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 2. November 2014 um 04:55 Uhr.

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