Der bosnische Angeklagte Praljak vor dem UN-Kiregsverbrechertribunal in Den Haag | Bildquelle: dpa

Selbstmord vor Haager Gericht Praljak nahm Zyankali

Stand: 01.12.2017 22:12 Uhr

Nach seiner Verurteilung durch das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte sich der bosnisch-kroatische Ex-General Praljak mit Gift das Leben genommen. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, nahm er Zyankali. Weiter unklar ist, wie er das Giftfläschchen ins Gericht schmuggeln konnte.

Der bosnisch-kroatische Ex-Militärkommandeur Slobodan Praljak ist durch das Gift Zyankali gestorben. Wie die niederländische Staatsanwaltschaft mitteilte, löste das Gift Herzversagen aus. Bisher war nicht klar gewesen, welches Gift Praljak zu sich genommen hatte.

Das Gift sei bei der Autopsie in seinem Körper festgestellt worden. "Die vorläufigen Ergebnisse des toxikologischen Tests zeigten, dass Herr Praljak eine Konzentration von Zyankali im Blut hatte", so die niederländische Staatsanwaltschaft.

Ins Gericht geschmuggelt

Weiterhin rätseln die Ermittler, wie Praljak an die Chemikalie kommen konnte und wie er das Giftfläschchen trotz der strengen Sicherheitsauflagen in das Gericht schmuggeln konnte.

Der 72-jährige Praljak hatte am Mittwoch zunächst lautstark protestiert, als das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag in dem Berufungsverfahren die 20-jährige Haftstrafe gegen ihn bestätigte. Dann zückte er ein braunes Fläschchen und trank es aus. Wenig später starb er im Krankenhaus.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Dezember 2017 um 21:45 Uhr.

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