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Schon jetzt unterscheidet vieles Barack Obama von den bisherigen Präsidenten. Denn kaum ein anderer hat es geschafft, die politisch desinteressiert geltenden Amerikaner für Politik zu begeistern. Und: Obama steht für den "amerikanischen Traum".
Klaus Kastan, ARD-Hörfunkstudio Washington
Barack Obama hat bereits jetzt Geschichte geschrieben: Als erster Afro-Amerikaner zieht er ins Weiße Haus ein. Und damit hat er all diejenigen widerlegt, die seit Wochen und Monaten behaupten: Die USA seien noch nicht weit genug für einen schwarzen Präsidenten.
[Bildunterschrift: Barack Obama ]
Barack Obama hat den Aufstieg geschafft: Er stammt nicht aus dem amerikanischen Establishment, sondern aus eher bescheidenen Verhältnissen. Er hat Visionen wie kein anderer, jetzt muss er beweisen, wie sich seine Vorstellungen in Politik umsetzen lassen.
Was eine seiner größten Leistungen im zurückliegenden Wahlkampf war: Er hat bei Millionen eher unpolitischer Amerikaner das Interesse für Politik geweckt. Die meisten Fans von Barack Obama sind jung, lebenslustig. Sie haben ihre Zukunft noch vor sich.
Barack Obama – ist er ein Erlöser oder Verführer, fragten während des Wahlkampfes viele Politikexperten auf der ganzen Welt. Die politisch realistische Antwort kann nur lauten: Weder noch. Der Senator ist kein Erlöser, weil auch er auf die großen politischen Fragen keine Patentlösungen anbieten kann. Aber er ist auch kein Verführer, weil er keine Wunder verspricht. Barack Obama ist ein Politiker, der wie kein anderer ein "Wir-Gefühl" erzeugt. Und das schafft der Charismatiker vor allem mit seinen Reden:
"Die Zeit ist gekommen, die Verbitterung, die Engherzigkeit und den Ärger, über das, was in Washington passiert, endlich zu überwinden. Und anstelle dessen müssen wir eine große Koalition der Veränderung setzen, mit der wir demokratische und republikanische Staaten erreichen." Wenn das glaubhaft gelinge, könne die USA als Nation die Herausforderungen in der Zukunft bewältigen. Obama setzt auf die politische Mitte, auf den Konsens, auf breite Mehrheiten.
[Bildunterschrift: Barack und Michelle Obama mit ihren Töchtern ]
Barack Obama – ein Hoffnungsträger. Verheiratet ist er mit der Juristin Michelle, gemeinsam haben sie zwei Töchter. Die Ehefrau war am Anfang alles andere begeistert von der Idee, dass ihr Mann Präsident werden wollte. Doch mit der Zeit hat sie sich dann an den Gedanken wohl gewöhnt. Und vor allem: Sie traut ihm den Posten im Weißen Haus zu, sagte sie kürzlich auf einer Wahlkundgebung: "Ich bin hier als Ehefrau, die ihren Mann liebt und fest daran glaubt, dass er ein außergewöhnlicher Präsident sein wird."
Obama wurde 1961 auf Hawaii geboren. Sein Vater stammte aus Kenia, er studierte als Stipendiat in den USA. Und seine weiße Mutter, die Anthropologin Ann Dunham, kam aus der amerikanischen Provinz: aus Kansas. Die Eltern ließen sich bald scheiden, der Vater ging zurück nach Afrika. Obama studierte Rechtswissenschaften an der Columbia University in New York und der Elite-Hochschule Harvard.
Die Zeit, die ihn wohl am meisten geprägt hat, verbrachte er in den 80er Jahren in Chicago. Im Süden der Stadt, in den Elendsvierteln, engagierte er sich in der Gemeinde- und Sozialarbeit. Es war die schwarze Bürgerrechtsbewegung, die aus Obama einen politisch denkenden Menschen gemacht hat.
Dabei vermied es Obama als Politiker von Anfang an, nur als ein Kandidat der Schwarzen zu gelten. Er suchte immer den Kontakt zu allen Bevölkerungsgruppen. Doch was auffiel: Überall, wo Obama aktiv war, scharte er sofort Anhänger um sich herum. Er ist das Alpha-Tier, das immer schnell die Richtung vorgibt, das die Führung übernimmt. Und immer lautete sein Motto, mit dem er begeisterte: Change. Obama, der Veränderer. Der Veränderer, der die Menschen fasziniert.
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