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Italienische Abgeordnete bereicherten sich
Weiterer Rücktritt im Untreue-Skandal
Parteikollegen von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi aus der römischen Region Latium sollen sich im großen Stil bereichert haben. Jetzt zog die Präsidentin von Latium, Renata Polverini, die Konsequenzen und trat zurück - sie beteuerte allerdings ihre Unschuld.
Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom
Champagner und Austern, Häuser und Autos: Franco Fiorito, der Fraktionsvorsitzende der Berlusconi-Partei PdL in der Region Latium, soll im großen Stil Gelder der Fraktion für eigene Zwecke missbraucht haben. Diese Bereicherung funktionierte vor allem deshalb so gut, weil alle Abgeordneten seiner Partei auf diese Weise in den Genuss von Fraktionsgeldern gekommen sein sollen. Von 100.000 Euro pro Jahr und Abgeordnetem ist die Rede.
Präsidentin von Berlusconi-Partei in Region Latium zurückgetreten
T. Kleinjung, ARD Rom
25.09.2012 04:04 Uhr
Renata Polverini, die Präsidentin des Latium, trägt nun die politischen Konsequenzen für den massiven Missbrauch von Steuergeldern in den eigenen Reihen und tritt zurück. "Ich halte dieses Parlament nicht mehr für würdig, eine so wichtige Region wie das Latium zu repräsentieren", sagte sie in Rom.
Sie selbst sieht sich frei von jeder Schuld und will von den Vorgängen in ihrer Fraktion nichts gewusst haben. Sie hatte erst vor zweieinhalb Jahren das Amt angetreten, damals mit dem Vorsatz, die "Verschwendung" der linken Vorgängerregierung zu beenden. Damit ist sie gründlich gescheitert, und das Vertrauen der Italiener in ihre Politiker hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.
Italienische Regionen entsprechen in etwa deutschen Bundesländern, haben aber deutlich weniger Kompetenzen. Dennoch erhalten die Abgeordneten mit mehr als 15.000 Euro netto im Monat vergleichsweise fürstliche Bezüge.
Stand: 25.09.2012 04:14 Uhr
