Video zeigt Verfolgungsjagd Polizei erschießt schwarzen Teenager
Stand: 06.08.2016 13:49 Uhr
In Chicago haben Polizisten einen 18-jährigen schwarzen Mann erschossen. Er hatte nach einer Verfolgungsjagd versucht, vor den Beamten zu fliehen. Der Anwalt der Familie des Getöteten sprach von einer "kaltblütigen Exekution".
Ein Polizist in Chicago hat einen unbewaffneten schwarzen Teenager tödlich in den Rücken geschossen, als dieser versuchte zu fliehen.
Die Polizeiabteilung in der US-Metropole veröffentlichte mehrere Videos, die den Tathergang vom 28. Juli zeigen. Der Leiter der Stelle für interne Polizeiprüfungen in Chicago nannte die Aufnahmen "schockierend und verstörend".
Die beteiligten Polizisten wurden Medienberichten zufolge vom Dienst suspendiert. Derzeit laufen die Ermittlungen.
Polizisten filmten Tat selbst
Videos, die die Tat zeigen, wurden von Kameras, die sich am Körper der Polizeibeamten und auf Armaturenbrettern der Streifenwagen befanden, aufgenommen.
Das Material zeigt, wie zwei Polizisten während einer Verfolgungsjagd auf ein als gestohlen gemeldetes Auto schießen, das wegfährt, nachdem es die beiden Uniformierten beinahe angefahren hat. Sekunden später kollidiert das Auto mit einem Streifenwagen. Der 18-jährige Fahrer springt heraus und versucht zu fliehen. Weitere Schüsse sind zu hören.
Dann ist zu sehen, wie die Polizisten sich um den am Boden liegenden Teenager versammeln und ihm Handschellen anlegen. Ein Beamter sagt in dem Video: "Ich habe geschossen. Ich weiß nicht, wer in der Gasse geschossen hat." Ein anderer fragt: "Die haben auch auf uns geschossen, oder?"
Der Anwalt der Familie des Getöteten sprach von einer "kaltblütigen Exekution". Mehrere Demonstranten konfrontierten Polizeibeamte bei einem Protestzug mit Schildern wie "Please stop killing".
Anwalt: "kaltblütige Exekution"
Im vergangenen Jahr hatte bereits der Fall des schwarzen Jugendlichen Laquan McDonald in Chicago für Aufsehen gesorgt.
Ein weißer Polizist hatte 16 Mal auf ihn gefeuert und ihn getötet. Seitdem hat sich die Polizei von Chicago verpflichtet, Videos von ähnlichen Zwischenfällen binnen 60 Tagen öffentlich zu machen.
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