Polen seit zehn Jahren EU-Mitglied Eine beispiellose Erfolgsgeschichte

Stand: 01.05.2014 13:19 Uhr

Heute vor zehn Jahren ist Polen der EU beigetreten. Die Begeisterung im Land war riesig - und die Menschen wurden nicht enttäuscht. Eine "beispiellose Erfolgsgeschichte", nennt Premier Tusk die Mitgliedschaft. Unzufrieden ist nur eine Berufsgruppe: die Landwirte.

Von Henryk Jarczyk, ARD-Hörfunkstudio Warschau

10 Jahre EU-Erweiterung | Bildquelle: picture alliance / WINFRIED ROTH
galerie

Polen hat seit dem EU-Beitritt große wirtschaftliche Fortschritte gemacht.

Am 1. Mai 2004 trat Polen der EU bei und die Begeisterung im Land war riesig. Das ließ den Sozialdemokraten und damaligen Premierminister, Leszek Miller, vor Stolz schier platzen: "Der große Traum der Polen hat sich nun erfüllt. Ich bin glücklich, dass ich mit meiner Aktivität zu diesem so wichtigen Ereignis beigetragen habe."

Heute regiert die liberal-konservative Koalition mit Donald Tusk an der Spitze das Land. Auch er nennt die EU-Mitgliedschaft eine beispiellose Erfolgsgeschichte: "Die Menschen hier sind wirklich fest davon überzeugt, dass das heutige Europa an ein Wunder grenzt." Nach Umfragen sind mittlerweile 89 Prozent der Auffassung, dass die Zugehörigkeit zur Europäischen Union für Polen von Vorteil ist.

Feiern zum Jahrestag der EU-Erweiterung in Görlitz
tagesschau 20:00 Uhr, 01.05.2014

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Leitungen verlegt, Schulen renoviert, Straßen gebaut

Eine Haltung, die der Gemeindevorsteher der kleinen Ortschaft Stoczek tief im Osten des Landes nachvollziehen kann. "Dank der EU-Gelder haben wir in unserer Gemeinde Wasserleitungen verlegt, Straßen gebaut, die Schulen renoviert. Das hat umgerechnet rund eine Million Euro gekostet. Davon kamen fast 800.000 Euro aus den EU-Kassen", sagt Mieczyslaw Wojcik. Die deutlichen Verbesserungen der Infrastruktur vor allem im ländlichen Bereich hätten bewirkt, dass die Abwanderung aus der Region wenigstens teilweise aufgehalten werden konnte.

Und auch der Anstieg der Arbeitslosenquote, ergänzt eine junge Frau, sei damit gestoppt worden. Und sie fügt hinzu: "An vielen öffentlichen Institutionen hängen Schilder, dass diese oder jene Einrichtung aus EU-Mitteln finanziert wurde. Die ökonomische Lage unserer Gemeinde ist schwierig, deshalb ist die EU-Hilfe von unschätzbarem Wert."

Beispiellose Erfolgsgeschichte -10 Jahre polnische EU-Mitgliedschaft
H. Jarczyk, ARD Warschau
01.05.2014 13:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Nur die Landwirte sind unzufrieden

Kritik an der EU-Mitgliedschaft üben eigentlich nur Landwirte in Polen. Die Produktionskosten - sagen sie - seien im Agrarbereich in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Doch die Preise für ihre Erzeugnisse blieben weiterhin auf niedrigem Niveau. Ein Apfelbauer sagt: "Ich erinnere mich noch an Zeiten der kommunistischen Herrschaft. Da war es besser. Die EU-Mittel sind ein Witz. Die Subventionen, die sie mir für meinen Obstgarten geben, reichen aus, um gerade zweimal den Traktor zu tanken. Das ist doch gar nichts."

Jammern auf hohem Niveau?

Und dennoch, sagt die polnische Unternehmerin Solange Olszewska, wer in Polen heute jammere der tue es auf einem ziemlich hohen Niveau: "Wir haben in den letzten Jahren einen enormen Sprung gemacht. Die Menschen haben sich daran gewöhnt und nehmen das gar nicht mehr wahr. Die Städte sind zwar verschuldet, aber sie werden aus den Schulden herauskommen, und was gebaut wurde, wird bleiben." 

Mittlerweile, und darauf sind die Polen besonders stolz, exportiere das Land nicht ausschließlich billige Arbeitskräfte, sondern auch High-Tech und Know-How. Auch das habe Polen – so der Tenor - unter anderem seiner EU-Mitgliedschaft zu verdanken.

Darstellung: