2.Weltkrieg

Zeremonie auf der Westerplatte bei Danzig Eine Verneigung vor den Opfern

Stand: 01.09.2009 20:21 Uhr

70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges haben überall in Europa die Menschen der Millionen Opfer gedacht. Die zentrale Gedenkfeier fand auf der Westerplatte im polnischen Danzig statt - denn der Beschuss dort durch das deutsche Kriegsschiff "Schleswig-Holstein" am 1. September 1939 gilt als der Beginn des Zweiten Weltkriegs. An der Gedenkveranstaltung nahmen zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungschefs teil - unter ihnen auch Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin.

Kanzlerin Merkel unterstreicht die Verantwortung Deutschlands
tagesthemen 22:15 Uhr, 04.09.2009, Ulrich Adrian, ARD Warschau zzt. Westerplatte

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Polens Präsident Lech Kaczynski würdigte in seiner Rede am frühen Morgen "alle Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gegen Nazi-Deutschland und den bolschewistischen Totalitarismus gekämpft haben". Er erinnerte daran, dass die polnischen Soldaten den deutschen Angreifern noch Widerstand leisteten, als die Rote Armee am 17. September 1939 in Ostpolen einmarschierte. An diesem Tag habe "das bolschewistische Russland" den Polen als Folge des Hitler-Stalin-Paktes "einen Messerstich in den Rücken" versetzt, sagte Kaczynski.

Merkel unterstreicht Verantwortung Deutschlands

Polens Regierungschef Donald Tusk sagte , man sei auch auf der Westerplatte zusammengekommen, um daran zu erinnern, "wer in diesem Krieg der Angreifer und wer das Opfer war". Er warnte davor, die Geschichte zu vergessen oder zu fälschen. Ohne "aufrichtiges Gedenken und die Wahrheit" könnten Polen, Europa und die Welt nicht sicher sein.

Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges an der Westerplatte
galerie

Am Ehrenmal der Westerplatte bei Danzig begannen in der Nacht die Gedenkfeiern.

Kanzlerin Merkel betonte in ihrer Rede die deutsche Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg. Sie verneige sich vor den Opfern und gedenke "aller Polen, denen unter den Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht unsägliches Leid zugefügt wurde" - aber auch der sechs Millionen ermordeten Juden und aller anderen, die in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern starben. 60 Millionen Menschen hätten "durch diesen von Deutschland entfesselten Krieg ihr Leben verloren", sagte Merkel. Aber kein Land habe so lange unter der deutschen Besatzung gelitten wie Polen.

Streitfall Vertriebene

Die Kanzlerin äußerte sich aber auch zu aktuellen politischen Streitigkeiten mit Polen: Mit Blick auf das hochumstrittene Thema Vertreibung versicherte Merkel, Deutschland wolle seine Verantwortung für Krieg, Leid und Vertreibung keinesfalls relativieren. Deutschland bekenne sich zur "immerwährenden geschichtlichen Verantwortung". Wenn an das Schicksal der Deutschen gedacht werde, die in Folge des Krieges ihre Heimat verloren hätten, geschehe dies in dem "Bewusstsein der Verantwortung Deutschlands, die am Anfang von allem stand. Dann tun wir das, ohne irgendetwas an der immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands umschreiben zu wollen. Das wird niemals geschehen", betonte die Kanzlerin.

Russen und Polen streiten über die Rolle Stalins

Den von Polens Präsident Kaczynski als "Messerstich in den Rücken" bezeichneten Hitler-Stalin-Pakt hatte Russlands Regierungschef Putin im Vorfeld der Feierlichkeiten als "unmoralisch" verurteilt. Der im August 1939 unterzeichnete Pakt könne "mit Fug und Recht" verurteilt werden, schrieb Putin in einem Gastbeitrag für die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza". In seiner Rede in Danzig betonte Putin dann allerdings, der Vertrag zwischen Hitler und Stalin sei nicht der alleinige Auslöser für den deutschen Überfall auf Polen gewesen, dem knapp drei Wochen der Einmarsch der Sowjetarmee folgte: Wer objektiv über die Geschichte sprechen wolle, müsse wissen, dass damals alle Beteiligten viele Fehler begangen hätten, sagte Putin. Am Ende seien Polen und Russen Waffenbrüder im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind gewesen.

Darstellung: