Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

18.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 17:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 16:00 Uhr
Inhalt
Ausland
Alice Schwarzer greift Polanski-Unterstützer an
Frauenrechtlerin beklagt Doppelmoral

Alice Schwarzer greift Polanski-Unterstützer an

Alice Schwarzer vor ''Emma''-Titeln (Foto: dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Alice Schwarzer wirft den Polanski-Unterstützern eine Doppelmoral vor. ]
Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat mit scharfen Worten die Doppelmoral von Intellektuellen, Künstlern und Politikern im Vergewaltigungsfall des Starregisseurs Roman Polanski angeprangert. Die Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Emma" zeigte sich in einem vorab veröffentlichten Artikel empört über Petitionen unter der Überschrift "Freiheit für Polanski", die unter anderem von Wim Wenders und Tom Tykwer unterzeichnet worden sind.

"Nie ein Wort des Bedauerns"

Schwarzer schrieb dazu: "Wenn ein Priester nach Jahrzehnten endlich zur Rechenschaft gezogen wird wegen Missbrauchs und Vergewaltigung Minderjähriger, dann sind alle zufrieden. Wenn ein Filmregisseur wie Roman Polanski, der eingestandenermaßen eine 13-Jährige mehrfach vergewaltigt hat, endlich zur Rechenschaft gezogen wird, sind viele empört." Sie kritisierte, dass Polanski Zeit seines Lebens kein Wort des Bedauerns für seine Tat gefunden habe.

Der 76-jährige Polanski war Ende September drei Jahrzehnte nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen in der Schweiz festgenommen worden. Es gibt ein Auslieferungsgesuch der USA, die ihn für den sexuellen Missbrauch zur Rechenschaft ziehen wollen.

Vernehmungsprotokolle veröffentlicht

Filmemacher Roman Polanski vergangenes Jahr in Oberhausen. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Roman Polanski sitzt in der Schweiz in Haft. ]
"Emma" veröffentlicht in ihrer neuen Ausgabe Auszüge aus dem Original-Vernehmungsprotokoll der 13-Jährigen aus dem Jahr 1977. Dem Text ist den Angaben zufolge zu entnehmen, dass Polanski sein Opfer gezielt und heimtückisch in eine Falle lockte, obwohl das Mädchen immer wieder flehte, sie gehen zu lassen. Sie habe sogar vorgeschoben, sie leide unter Asthma und müsse sofort nach Hause.

Das damalige Opfer hatte dem Regisseur öffentlich verziehen. Im Mai war Polanski dennoch endgültig mit seinem Antrag gescheitert, das Vergewaltigungsverfahren in Kalifornien für geschlossen zu erklären. Der US-Haftbefehl gegen ihn liegt bereits seit 1978 vor, seit Ende 2005 gibt es einen internationalen Haftbefehl.

Stand: 14.10.2009 20:39 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW