Michel Platini im Gespräch mit Joseph Blatter | Bildquelle: AFP

Zeitung veröffentlicht FIFA-Dokument Ein Vertrag mit Platini

Stand: 06.12.2015 12:43 Uhr

Der suspendierte UEFA-Chef Platini verbreitet Zuversicht: Eine französische Zeitung veröffentlichte ein Papier, das die umstrittene Millionenzahlung der FIFA an ihn erklären soll. Darin geht es um ein hoch dotiertes Arbeitsverhältnis.

Von Kerstin Gallmeyer, ARD-Hörfunkstudio Paris

Es ist offenbar nur eine Notiz in einem Bericht aus dem Jahr 1998, doch sie könnte laut der Zeitung "Journal du Dimanche" UEFA-Boss Michel Platini entlasten. Dem Zeitungsbericht nach ist in dem Dokument, das damals in Stockholm an das UEFA-Exekutivkommitee ausgeteilt wurde, vermerkt, dass Platini Sportdirektor der FIFA werden sollte - mit einem Jahresgehalt von einer Million Schweizer Franken. Das zeige, dass der Vertrag zwischen Platini und der FIFA keineswegs geheim war und viele Personen, sowohl bei der UEFA als auch bei der FIFA darüber Bescheid wussten, betonte Platinis Anwalt gegenüber der französischen Wochenzeitung.

In der Affäre geht es um zwei Millionen Schweizer Franken, die Platini als Honorar für eine Beratertätigkeit zwischen 1999 und 2002 vom Weltfußballverband erhalten haben soll. Das Geld ging allerdings erst im Jahr 2011 auf seinem Konto ein. Platini und FIFA-Präsident Josef Blatter hatten stets darauf bestanden, dass die Zahlung rechtmäßig gewesen sei.

Wegen des Korruptionsverdachts wurden sowohl Blatter als auch Platini im Oktober von der Ethikkommission des Weltfußballverbands für 90 Tage suspendiert. Beide sollen offenbar noch in der Woche vor Weihnachten von den Ethikrichtern des Weltfußballverbands angehört werden. Nach Angaben von Platinis Anwalt droht dem UEFA-Boss außerdem eine lebenslange Fußball-Sperre durch die Ethikkommission.

Eine späte Zahlung mit Folgen

Michel Platini soll im Februar 2011 eine Zahlung von zwei Millionen Euro von dem inzwischen suspendierten FIFA-Chef Josef Blatter erhalten haben - laut Blatter für Dienste, die Platini zwischen 1999 und 2002 geleistet hatte. Nach Medienberichten war in den FIFA-Büchern aber nicht vermerkt, dass es noch eine offene Forderung Platinis an die FIFA gegeben habe. Deswegen sei ein etwaiger Anspruch Platinis nach fünf Jahren verjährt gewesen.

Blatter muss sich deshalb des Vorwurfs erwehren, die Zahlung unrechtmäßig zu Lasten der FIFA veranlasst zu haben, die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der "ungetreuen Geschäftsbesorgung". Zugleich gibt es den Verdacht, dass die Zahlung im Zusammenhang mit dem Bemühen Blatters um eine Wiederwahl im Jahr 2011 steht, die Platini als UEFA-Präsident unterstützt hatte. Platini hält die Vorwürfe für "vage" und sieht darin einen Versuch, seine Wahl zum FIFA-Chef zu verhindern.

UEFA-Dokument könnte Platinis Unschuld beweisen
K. Gallmeyer, ARD Paris
06.12.2015 13:06 Uhr

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