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Türkischer Soldat bei Sirnak.

Zwischenfall nahe der irakischen Grenze

30 Tote bei PKK-Überfall im Südosten der Türkei

Bei einem Angriff der kurdischen Untergrundorganisation PKK sind im Südosten der Türkei 30 Menschen getötet worden. Darunter sind nach Angaben der Provinzregierung zehn türkische Soldaten und Polizisten. Zudem seien 20 der Angreifer erschossen worden. Acht Sicherheitskräfte seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der betroffenen Provinz, Vahdettin Özkan, mit.

PKK-Kämpfer hätten in der Nacht eine Polizeistation und mehrere Militärposten in Beytüssebap mit Panzerfäusten und Sturmgewehren beschossen. Soldaten und Polizisten erwiderten das Feuer. Die Kleinstadt liegt in der Provinz Sirnak, etwa 14 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt.

Die Provinz Sirnak in der Türkei
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Die türkische Provinz Sirnak an der Grenze zu Syrien und Irak.

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat berichtete, die heftigen Schießereien hätten drei Stunden gedauert. PKK-Kämpfer hätten auch ein Gebäude der Kreisverwaltung attackiert.

Die PKK

Die PKK kämpft für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. In dem Guerillakrieg sind seit 1984 laut Schätzungen 40.000 Menschen getötet worden. Aktiv ist sie derzeit vor allem im mehrheitlich von Kurden bewohnten Nordirak. Das Hauptquartier der PKK befindet sich in den nordirakischen Kandil-Bergen.

Die EU, die USA, die Türkei, der Irak und weitere Staaten stufen die PKK als terroristische Vereinigung ein. Die deutsche Organisation der PKK wurde 1993 vom Bundesinnenministerium verboten.

Angst vor dem Erstarken der PKK

Der Kurdenkonflikt hatte sich in den vergangenen Wochen wieder verschärft. Politiker in Ankara haben das Regime in Syrien und den Iran bezichtigt, die PKK zu unterstützen. Vize-Regierungschef Bekir Bozdag sagte im Fernsehsender NTV, der "Kampf gegen den Terrorismus" werde unvermindert fortgeführt.

Stichwort

Die Kurden sind die größte ethnische Gruppe der Welt ohne eigenen Staat. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker gibt es weltweit mehr als 30 Millionen Kurden, kurdische Quellen sprechen sogar von bis zu 45 Millionen Menschen. Die mit Abstand größte Gemeinde lebt in der Türkei, darauf folgen Iran, Irak und Syrien.

Die Situation der Kurden im Südosten der Türkei verschärfte sich Mitte der 80er-Jahre, als die verbotene Untergrundorganisation PKK den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufnahm. Tausende Menschen wurden getötet, darunter auch viele kurdische Zivilisten.

Seit der Verhaftung des PKK-Führers Abdullah Öcalan und dem Druck der Europäischen Union auf die Türkei, die Menschenrechte einzuhalten, hat sich die Situation etwas entspannt. Dennoch beklagen viele türkische Kurden nach wie vor Diskriminierung, staatliche Repression und Gewalt.

Stand: 03.09.2012 11:33 Uhr

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