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28.05.2012

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Nobelpreis der Physik, Brian P. Schmidt, Saul Perlmutter, Adam G. Riess
Physik-Nobelpreis für drei Supernova-Forscher
Bekanntgabe in Stockholm

Physik-Nobelpreis für drei Supernova-Forscher

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die US-Amerikaner Saul Perlmutter und Adam G. Riess sowie an den US-Australier Brian P. Schmidt. Die drei Astronomen werden für die Entdeckung der beschleunigten Ausdehnung des Universums durch Beobachtung entfernter Supernovä geehrt. Das teilte die Nobelversammlung des Karolinska-Instituts in Stockholm mit. Eine Hälfte des Preises geht an Perlmutter, die andere an Schmidt und Riess.

"Sie haben Dutzende Sternexplosionen, sogenannte Supernovä, beobachtet und entdeckt, dass das Universum sich mit ständig zunehmender Geschwindigkeit ausweitet", hieß es in der Begründung der Nobelversammlung. Mit ihrer Forschung hätten sie das Verständnis des Universums verändert - von dem zuvor zwar bekannt war, dass es sich ausdehnt, aber nicht, wie schnell.

Es wird vermutet, dass die Ausdehnung des Universums durch die so genannte Dunkle Energie vorangetrieben wird. Was genau diese Dunkle Energie ist, ist aber noch unklar. Sie macht ungefähr drei Viertel der Masse des Universums aus.

Die Explosionswolke einer Supernova, die vor 300 Jahren am irdischen Himmel aufgeflammt ist - heute als Cassiopeia A bekannt (undatiertes Foto). (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Explosionswolke einer Supernova, die vor 300 Jahren am irdischen Himmel aufgeflammt ist - heute als Cassiopeia A bekannt (undatiertes Foto). ]

"Ein großer Tag für die Astrophysik"

Deutsche Wissenschaftler reagierten begeistert auf die Preisvergabe an die drei Supernova-Forscher. "Das ist ein großer Tag für die Astrophysik", sagte Professor Lutz Wisotzki von der Universität Potsdam bei einer Veranstaltung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Berlin. Forscher aus diesem Gebiet erhielten den Preis nicht häufig. Der Astrophysiker Christian Spiering wertete die Leistung der drei ausgezeichneten Wissenschaftler als bedeutenden Schritt zur "Neumöblierung des Universums".

Die Königliche Akademie der Wissenschaften in Stockholm hat mit der heutigen Bekanntgabe über den zweiten von insgesamt fünf Nobelpreisen in dieser Woche entschieden. Den Auftakt bildete am Montag die Auszeichnung für Medizin an drei Forscher aus den USA, Kanada und Frankreich für ihre Arbeiten zum menschlichen Immunsystem.

Friedensnobelpreis am Freitag

Am Mittwoch fällt die Entscheidungen im Bereich Chemie. Der Träger des Literaturnobelpreises wird am Donnerstag bekannt gegeben. Freitag nennt das norwegische Nobelkomitee in Oslo den Träger des Friedensnobelpreises. Die Preise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Sie werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833-1896).

Physik-Nobelpreise:

Der Physik-Nobelpreis wird seit 1901 vergeben. Als Erster wurde der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren wurden folgende Physiker geehrt:

2010: Andre Geim und Konstantin Nowoselow (beide in Russland geboren) für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Kohlenstoffforschung - insbesondere für Experimente mit dem Material Graphen.
2009:
Charles Kao (China), Willard Boyle und George Smith (beide USA) für die schnelle Datenübertragung durch Glasfasern sowie für den lichtempfindlichen CCD-Chip.
2008: Yoichiro Nambu (USA), Makoto Kobayashi (Japan) und Toshihide Maskawa (Japan) für die Entdeckung und Erklärung sogenannter Symmetriebrechungen in der Teilchenphysik, die das Verständnis der Natur entscheidend verbessert haben.
2007: Peter Grünberg (Deutschland) und Albert Fert (Frankreich) für die Entdeckung des "Riesenmagnetowiderstands", durch den sich die Speicherkapazität von Computer-Festplatten drastisch erhöhen ließ.
2006: John C. Mather und George F. Smoot (beide USA) für die Entdeckung der Saat der Galaxien in der kosmischen Hintergrundstrahlung, dem "Echo des Urknalls".
2005: Roy J. Glauber (USA) für Grundlagen der Quantenoptik sowie John L. Hall (USA) und Theodor W. Hänsch (Deutschland) für die Entwicklung einer laserbasierten Präzisionsmesstechnik für Lichtfrequenzen.
2004: David J. Gross, H. David Politzer und Frank Wilczek (alle USA) für Erkenntnisse zur Kraft zwischen den kleinsten Materieteilchen im Atomkern, den Quarks.
2003: Alexej Abrikosow (USA und Russland), Vitali Ginsburg (Russland) Anthony Leggett (USA und Großbritannien) für bahnbrechende Arbeiten zu Supraleitern und Supraflüssigkeiten.
2002: Raymond Davis (USA), Masatoshi Koshiba (Japan) und Riccardo Giacconi (USA) für die Entdeckung kosmischer Röntgenstrahlen und Neutrinos.
2001: Wolfgang Ketterle (Deutschland), Eric A. Cornell (USA) und Carl E. Wieman (USA) für die Erschaffung des Bose-Einstein-Kondensats, der fünften Erscheinungsform der Materie neben fest,
flüssig, gasförmig und dem Plasma.
2000: Herbert Kroemer (Deutschland), Zhores Alferow (Russland) und Jack Kilby (USA) für die Herstellung integrierter Schaltkreise und des Halbleiter-Lasers.
 
Stand: 04.10.2011 13:58 Uhr
 

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