Nach Taifun "Haiyan": Das lange Warten auf Hilfe

Kinder betteln am Straßenrand (Bildquelle: dpa)

Nach dem Taifun auf den Philippinen

Das lange Warten auf Hilfe

An Hilfe aus aller Welt mangelt es nach dem tödlichen Taifun "Haiyan" nicht. Doch die Leidensfähigkeit der Menschen auf den Philippinen wird weiter auf die Probe gestellt - die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser geht nur langsam voran. Präsident Aquino rechnet inzwischen mit etwa 2500 Toten. Bisherige Schätzungen gingen von bis zu 10.000 aus.

Von Nicola Glass, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Schlange stehen für Trinkwasser und Nahrung - die Geduld und die Leidensfähigkeit der Menschen in den philippinischen Katastrophengebieten werden auf eine harte Probe gestellt. Viele versuchen, die zerstörte Gegend zu verlassen, denn sie sehen keinen Sinn darin, weiter auf Hilfe zu warten. Doch so schnell, wie sie es sich wünschen, kommen sie aus der schwer verwüsteten Stadt Tacloban nicht weg.

Am vierten Tag nach dem Taifun
N. Glass, ARD Bangkok
12.11.2013 14:35 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Denn der verheerende Taifun "Haiyan" hatte auch den Flughafen beschädigt. Und die Wartezeiten auf jene Militärmaschinen, die derzeit dort landen und wieder starten, werden den Menschen lang: "Wir versuchen zu überleben, obwohl es sehr hart ist", sagt eine junge Frau, die sich in die Schlange der Wartenden eingereiht hat. "Unser Zuhause existiert nicht mehr, alles ist weg. Es gibt nichts zu essen und nichts zu trinken. Hier ist nichts, daher müssen wir woanders hingehen. Dorthin, wo wir bleiben können und ein Dach über dem Kopf haben", sagt sie.

Hilfsarbeiten unter chaotischen Bedingungen

Die meisten Menschen harren aber weiter in der Krisenregion aus - oder müssen ausharren: Mit einem Stückchen Kreide oder mit Farbe haben sie die Worte "Essen, Wasser, Medikamente. Bitte helft uns!" auf Steinblöcke und auf Straßen geschrieben. An Hilfsangeboten aus aller Welt fehlt es nicht. Dennoch ist die Versorgung mit dem Nötigsten angesichts der chaotischen Bedingungen bisher nur langsam vorangegangen.

1/19

Überleben nach "Haiyan"

Menschen sitzen in Trümmern

In den von Taifun "Haiyan" heimgesuchten Gebieten der Philippinen macht sich immer mehr Verzweiflung breit, denn die Hilfe kommt bislang nur sporadisch an. (Bildquelle: dpa)

Unter anderem haben die USA bereits Soldaten als Helfer ins Krisengebiet geschickt, inklusive zweier Transportflugzeuge mit Hilfsgütern. Zudem sind US-Militärschiffe auf dem Weg, sie sollen in spätestens zwei Tagen an der philippinischen Küste eintreffen.

In der vergangenen Nacht hatte Präsident Benigno Aquino den nationalen Notstand ausgerufen und die betroffenen Regionen zum Katastrophengebiet erklärt: "Wir erklären ab sofort den nationalen Notstand, um die Rettungs-, Hilfs- und Aufbaumaßnahmen in den vom Taifun betroffenen Provinzen schneller vorantreiben zu können." Dies sei notwendig, um die Preise für Nahrungsmittel und andere Güter kontrollieren zu können - und um zu verhindern, dass all diese wichtigen Güter gehortet werden. "Außerdem sollen verstärkte Einheiten von Polizei und Armee in der Krisenregion für Sicherheit und Ordnung sorgen", sagte Aquino.

Katastrophenlage nach dem Taifun ''Haiyan''
nachtmagazin 00:30 Uhr, 13.11.2013, Sascha Sommer, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Zuvor war bekannt geworden, dass Sturmopfer aus lauter Verzweiflung Geschäfte geplündert und ihrem Unmut über die Regierung Luft gemacht hatten. Man wolle Anarchie und weiteres Chaos verhindern, so die Polizei. Allerdings sei die Verzweiflung vieler Betroffener verständlich.

Den Sturmopfern helfen will auch Marlon Obando, Mitarbeiter der Behörde für soziale Wohlfahrt und Entwicklung in der Hauptstadt Manila. Er wartet ebenfalls am Flughafen von Tacloban: "Wir brauchen mehr Leute, die hierher kommen und uns helfen. Es geht um Nahrung, Medizin und Notunterkünfte - deshalb müssen wir zurückfliegen, um über die Lage hier Bericht zu erstatten."

Neues Sturmtief erwartet

An der Südostküste ist derweil ein neues Sturmtief heraufgezogen. Allerdings sei dieser Sturm in keinerlei Hinsicht mit der Wucht des Taifuns "Haiyan" zu vergleichen, sagen Wetterexperten. Es heißt, das tropische Tief werde südlich an den Krisengebieten der Zentralphilippinen vorbeiziehen. Dennoch fürchtet man Auswirkungen für die Katastrophengebiete. Helfer warnen schon jetzt vor heftigen Regenfällen und starken Winden.

Sandra Bulling, Care International, zur aktuellen Lage
tagesthemen 22:15 Uhr, 12.11.2013

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Stand: 12.11.2013 15:26 Uhr

Darstellung: