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Regierung und Rebellen unterzeichnen Abkommen
Ein neuer Anlauf für Frieden auf den Philippinen
Die philippinische Regierung und die größten muslimischen Rebellengruppen des Landes haben einen Friedensvertrag unterzeichnet, der den Weg zu einer autonomen Region im Süden des Inselstaats ebnen soll. An der Zeremonie im Präsidentenpalast nahmen Staatschef Benigno Aquino und der Chef der Rebellenorganisation Moro Islamische Befreiungsfront, (MILF), Murad Ebrahim, teil.
"Wir reichen dem Präsidenten und dem philippinischen Volk die Hand für Freundschaft und Partnerschaft", sagte Ebrahim, der als erster MILF-Chef im Präsidentenpalast empfangen wurde. Aquino bezeichnete das Abkommen als Chance, "endlich zu einem wirklichen und dauerhaften Frieden zu kommen". Beide Seiten betonten, dass der Friedensprozess erst beginne und noch viel zu tun bleibe. Ebrahim überreichte dem Präsidenten einen kleinen Gong, den er feierlich schlug. "So hört sich Frieden an", sagte er. Die Zeremonie im Präsidentenpalast wurde im Fernsehen übertragen.
Die Bildung einer autonomen Region in muslimisch-geprägten Gebieten des überwiegend katholischen Landes ist eine Kernforderung der Rebellen der MILF. Nach einem 15-jährigen, immer wieder von Gewalt unterbrochenen Gesprächsmarathon hatten Regierung und Rebellen vor rund einer Woche eine Einigung verkündet. In den jahrzehntelangen Kämpfen wurden fast 150.000 Menschen getötet. Bereits 1996 hatte die Regierung mit der Rebellengruppe MNLF ein Friedensabkommen für Mindanao geschlossen. Dieses hatte Aquino kürzlich für gescheitert erklärt.
Insel ist reich an Rohstoffen
Die autonome Region, die bis zum Ablauf der Amtszeit Aquinos Ende 2016 auf Mindanao entstehen soll, darf laut Abkommen eigene Steuern erheben, wird zusätzliche Einnahmen aus dem Verkauf von Rohstoffen erzielen und teilweise für die Sicherheit verantwortlich sein. Die umkämpfte Region ist für ihren Rohstoffreichtum bekannt. Im Boden liegen Öl- und Gasvorkommen im Wert von schätzungsweise 312 Milliarden Dollar. Der französische Mineralölkonzern Total und die philippinische Mitra Energy suchen in der Sulu-See vor Mindanao nach Öl und Gas.
Über die genaue Abgrenzung des autonomen Gebiets muss noch verhandelt werden. Es könnte ein Viertel bis ein Drittel der Insel umfassen. Nach dem Abkommen sollen die rund 12.000 Rebellen entwaffnet werden. Viele weigern sich bislang, das zu akzeptieren.
Philippinische Regierung und Rebellen schließen Friedensabkommen ab
tagesschau 16:00 Uhr, 15.10.2012
Stand: 15.10.2012 13:56 Uhr
