Seitenueberschrift

Überschwemmungen auf den Philippinen

Manila steht unter Wasser

Heftiger Monsunregen hat große Teile der philippinischen Hauptstadt Manila unter Wasser gesetzt. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, rund 20.000 Einwohner der Millionenmetropole sind in Notunterkünfte geflohen. Das Land rief die höchste Alarmstufe aus.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Lina Alvarez steht im hüfthohen Wasser, immer wieder sucht sie die Straße in der Innenstadt Manilas ab: "Ich bin von meinem Sohn getrennt worden, ich finde ihn nicht wieder. Wir mussten ganz schnell raus aus unserem Haus an dem kleinen Fluss hier in der Nähe."

Hauptstadt der Philippinen nach starken Regenfällen überschwemmt
tagesschau24 12:00 Uhr, 07.08.2012, Susanne Sema, ARD-aktuell

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

In vielen Stadtteilen Manilas steht das Wasser bis zu einem 1,50 Meter hoch, nach Behördenangaben ist etwa die Hälfte der philippinischen Hauptstadt überschwemmt. Seit 24 Stunden regnet es ununterbrochen und das Sielsystem Manilas ist schon normalen Regenfällen kaum gewachsen.

1/

Überflutungen in Manila

Fluten in Manila

Heftige Monsunregen haben in der Region der phillipinischen Hauptstadt Manila zu schweren Überschwemmungen geführt. In vielen Vierteln Manilas mussten die Menschen aus ihren Wohnungen gerettet werden. (Foto: Reuters)

Hunderte Einwohner warten auf den Dächern ihrer Häuser auf Rettungskräfte. Es sei schwer an sie heranzukommen, erklärt der Polizeioffizier Eric Baran, der einen Rettungstrupp anführt. "Im Moment können wir den Menschen kaum helfen, die Strömung ist so stark, dass wir mit unseren Schlauchbooten immer wieder weggespült werden."

Mit Regenschirmen und den nötigsten Wertgegenständen ausgestattet stemmen sich die Menschen gegen die Strömung und versuchen eine der Notunterkünfte zu erreichen. Margie Ellezar hat Angst: "Wir haben ganz viele Menschen aus der Nachbarschaft auf dem Weg aus den Augen verloren. Und das Wasser steht so hoch."

Überschwemmungen in Manila nach heftigen Regenfällen
U. Schmidt, ARD Singapur
07.08.2012 08:54 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Notunterkünfte sind eingerichtet, waren es bereits seit vergangener Woche, als der Taifun Saola vorbeizog und mehr als 50 Menschen tötete. Mindestens 20.000 Einwohner Manilas sind bisher evakuiert, manche Unterkünfte sind bereits völlig überfüllt. Die Lehrerin Melanio David zeigt auf ihre Schule, dicht gedrängt sitzen hier die Flüchtlinge: Im Moment sind hier etwa 5000 Flüchtlinge. "Wir können den Zustrom der Menschen nicht mehr kontrollieren", sagt sie.

Inzwischen hat die Katastrophenschutzbehörde die höchste Alarmstufe ausgerufen, das Wasser strömt schnell durch die Straßen und droht Kinder und alte Menschen  mit sich zu reißen, zudem sind viele Stadtviertel bereits seit vergangener Woche, seit dem Taifun, in Mitleidenschaft gezogen.

Der bekannte Roxas Boulevard direkt an der Bucht von Manila etwa war in den vergangenen zehn Tagen immer wieder vom Meer überspült worden, ganze Teile des Boulevards waren unpassierbar - und für die kommenden Tage sind weitere Regenfälle angekündigt.

Überschwemmungen in Manila
galerie

Manila unter Wasser: Ein Mann benutzt leere Wasserkanister, um über Wasser zu bleiben.

Stand: 07.08.2012 18:04 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

6 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Schlagwörter der Meldung:
Darstellung: