Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 04:55 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 02:05 Uhr
Inhalt
Ausland
Massaker vor Gouverneurswahlen auf Philippinen
Politische Gewalt auf den Philippinen

Massaker vor Gouverneurswahlen

Bei einer Entführung sind auf den Philippinen mindestens 39 Menschen umgebracht worden - zum Teil wurden sie enthauptet. Als Hintergrund wird ein Streit um die Gouverneurswahlen vermutet. Politische Gewalt ist in dem Land nichts ungewöhnliches, doch nach dieser Tat verhängte die Regierung den Ausnahmezustand über Teile des Südens.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Im Süden der Philippinen sind die Leichen von 39 Menschen gefunden worden, die von bewaffneten Männern entführt worden waren. Philippinischen Fernsehberichten zufolge handelte es sich bei den Opfern um Familienmitglieder von Vize-Gouverneur Ismael "Toto" Mangudadatu und Journalisten, die auf dem Weg zum Wahlbüro waren, um dort die Kandidatur des Vize-Gouverneurs für die allgemeinen Wahlen im nächsten Jahr anzumelden.

Mangudadatu sagte, seine Frau und mehrere Freunde und Anhänger hätten in Begleitung von zahlreichen Journalisten die Papiere für seine Kandidatur abgeben wollen. Mangadadatu und sein Familienclan hatten bisher den Gouverneur der Provinz Maguindanao unterstützt, sich aber vor kurzem abgespalten, um selbst bei den nächsten Wahlen anzutreten.

Den Fernsehberichten zufolge hat Gouverneur Ampatuan seinen Sohn als Nachfolger im Amt vorgesehen und die Kandidatur seines Stellvertreters deshalb mißbilligt.

Gouverneur für Privatarmee bekannt

Gouverneur Amputuan (Mitte) begrüßt mit dem Abgeordneten Dilangalen Präsidentin Arroyo in Maguindanao (Juli 2009) (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Unter Verdacht: Gouverneur Amputuan (Mitte) (Archivbild mit Präsidentin Arroyo) ]
Die Politik auf lokaler Ebene ist auf den Philippinen weitgehend in der Hand von Familienclans, die in ihrer jeweiligen Provinz die Macht und die Wirtschaft kontrollieren. Gouverneur Ampatuan ist in Maguindanao bekannt für seine schlagkräftige Privatarmee. Es wird vermutet, daß die rund 100 schwer bewaffneten Männer, die die Familie Mangadadatu entführt haben, Mitglieder der Privatarmee des Gouverneurs waren. Einige der Opfer wurden den Angaben zufolge enthauptet.

Mangudadatu wurde gewarnt

Vize-Gouverneur Mangadadatu habe seine Frau und zahlreiche andere weibliche Angehörige zur Abgabe der Kandidatur geschickt, weil er vermutet habe, daß in ihrem Fall keine Gewalt angewendet werde. Er sei gewarnt worden, daß er getötet werde, wenn er persönlich erscheine, um seine politischen Ambitionen anzumelden.

Philippinische Armee in der Provinz Maguindanao. (Archivfoto) (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In der Provinz Maguindanao sichert die philippinische Armee nach den jüngsten Morden die Straßen (Archivfoto). ]
Politische Gewalt ist auf den Philippinen nichts Ungewöhnliches. Jedes Mal kommt es im Vorfeld von Wahlen zur Ermordung, zur Entführung und zur Einschüchterung unliebsamer Kandidaten. Dies sei jedoch das grausamste Massaker an Zivilisten in der jüngeren philippinischen Geschichte gewesen, sagte der Berater von Präsidentin Gloria Arroyo für den Süden der Philipinen, Jesus Dureza.

Mangudadatu will weiter kandidieren

Für Mai kommenden Jahres sind auf den Philippinen allgemeine Wahlen geplant. Gewählt wird nicht nur ein neuer Präsident, sondern auch Provinz-Gouverneure und andere regionale und lokale Verwaltungschefs.

Ismael Mangudadatu will auch nach der Ermordung seiner Familie und seiner engsten Freunde für das Amt des Provinz-Gouverneurs von Maguindanao kandidieren.

Stand: 24.11.2009 11:12 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW