Flucht aus Marawi | Bildquelle: AFP

Kämpfe auf Mindanao "Hier herrscht Krieg"

Stand: 26.05.2017 16:33 Uhr

"Und wenn das heißt, dass viele Menschen sterben werden - dann ist das eben so": Präsident Duterte hat den Rebellen auf Mindanao den Krieg erklärt - und nun ist Krieg. Bislang starben mindestens 46 Menschen. Zehntausende fliehen vor den schweren Kämpfen.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Es sind Bilder des Krieges: Fernsehjournalisten hasten mit angreifenden Soldaten durch die Straßen von Marawi, ihre wackligen Bilder und atemlosen Kommentare bestimmen die philippinischen Nachrichten. Straßenkämpfe, Panzer, Hubschrauber, schwarze Rauchwolken über der Stadt, Maschinengewehrfeuer, Granateinschläge.

Raus aus der Stadt

Auf den Ausfallstraßen lange Autoschlangen und schwerbepackte Frauen und Männer zu Fuß - quälend langsam kommen die Menschen voran, die Armee kontrolliert alle, die raus wollen aus der 200.000-Einwohner-Stadt. Keiner der islamistischen Rebellen, denen diese Offensive gilt, soll entkommen.

Mindestens 46 Tote bei Kämpfen auf den Philippinen
tagesschau 20:00 Uhr, 26.05.2017

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Die Fliehenden glauben der Zusicherung der Armee nicht, Zivilisten hätten nichts zu befürchten und seien nicht in Gefahr angesichts der präzisen, zielgerichteten Militäroperationen. "Wie sollen wir sicher sein? Hier herrscht Krieg. Hören Sie die Schüsse, die Raketen - überall um uns herum wird gekämpft. Ich habe große Angst, ich will hier ganz schnell raus - wenn die Soldaten uns lassen."

Flucht vor dem Krieg: Zehntausende fliehen vor den Kämpfen aus Marawi. | Bildquelle: AFP
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Flucht vor dem Krieg: Zehntausende fliehen vor den Kämpfen aus Marawi.

Präsident Rodrigo Duterte hat den islamistischen Rebellen auf der Insel Mindanao den Krieg erklärt. 100 Kämpfer der Terrorgruppen Abu Sayyaf und Maute hatten Anfang der Woche in Marawi Häuser und eine Kirche in Brand gesetzt, mehrere Polizisten getötet und waren mit einer schwarzen IS-Flagge durch die Stadt gezogen. Die Rebellen haben angeblich mehr als ein Dutzend Geiseln genommen. 40 Rebellen sollen sich immer noch in der Stadt verschanzt haben. Das Militär sagt, es seien auch ausländische Terroristen dabei: Islamisten aus Singapur, Indonesien und Malaysia.

Duterte weilte zur Zeit des Angriffs gerade in Russland bei Wladimir Putin und bat um Waffenlieferungen. Er brach seinen Staatsbesuch ab und rief das Kriegsrecht aus. Es gilt zunächst für 60 Tage und ist auf die Insel Mindanao beschränkt. Duterte warnte jedoch, es bei anhaltender Terrorbedrohung zu verlängern und auf das ganze Land auszudehnen.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte | Bildquelle: REUTERS
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"Habt keine Angst": Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte

Erinnerungen an Diktator Marcos

Die Verhängung des Kriegsrechts weckt ungute Erinnerungen an den früheren philippinischen Diktator Ferdinand Marcos, der damit viele Jahre lang seine Macht gefestigt hat. Damals wurden Tausende Marcos-Gegner willkürlich getötet und mehrere Zehntausend Menschen inhaftiert und gefoltert. "Habt keine Angst", beschwichtigte nun Präsident Duterte seine Landsleute. Er schütze nur sein Volk. An die Terroristen gerichtet, sagte er: "Wenn Ihr Terroristen meine Bürger tötet, werdet Ihr sterben. Wenn Ihr Widerstand leistet, werden Ihr sterben. Und wenn das heißt, dass viele Menschen sterben werden - dann ist das eben so."

Kritiker fürchten allerdings, der 72-Jährige nehme den Kampf gegen islamistische Terroristen zum Anlass, um diktatorische Machtbefugnisse anzustreben. Duterte ist vor allem wegen seines blutigen Anti-Drogen-Kriegs international umstritten, auf den Philippinen selbst jedoch äußerst beliebt. Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen kämpfen muslimische Separatisten schon seit den 1960er-Jahren für mehr Autonomie.

Viele Tote bei schweren Gefechten auf Mindanao
H. Senzel. ARD Singapur
26.05.2017 08:13 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 26. Mai 2017 Deutschlandfunk um 07:38 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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