Philip Roth | Bildquelle: REUTERS

New York US-Schriftsteller Philip Roth ist tot

Stand: 23.05.2018 06:36 Uhr

Der US-Schriftsteller Philip Roth ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren. Roth galt als einer der bedeutendsten Autoren seiner Generation. Für seinen Roman "Amerikanisches Idyll" erhielt er den Pulitzer-Preis.

Seine Bücher waren sarkastisch, humorvoll und schilderten schonungslos gesellschaftliche Abgründe. Nun ist der preisgekrönte US-Schriftsteller Philip Roth im Alter 85 Jahren an Herzversagen gestorben, wie sein Agent mitteilte.

Zu Roths bekanntesten Werken gehören unter anderem die Roman-Trilogie "Der Ghostwriter", "Zuckermans Befreiung" und "Die Anatomiestunde".

Roth kam 1933 in Newark als Sohn jüdischer Eltern zur Welt - von New York aus auf der anderen Seite des Hudson Rivers gelegen. Bereits sein erster Roman "Good bye Columbus" erregte im Jahr 1959 großes Aufsehen. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er fast 30 Romane, zeitweise einen pro Jahr, dazu Sachbücher, Dutzende Novellen, Kurzgeschichten, Essays und Interviews. Viele seiner Bücher spielen im Newark seiner Jugend.

Im Jahr 2011 erhielt Philip Roth die National Humanities Medal von Ex-US-Präsident Obama | Bildquelle: AFP
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Im Jahr 2011 erhielt Philip Roth die National Humanities Medal von Ex-US-Präsident Obama

Der Literatur-Nobelpreis blieb ihm verwehrt

Roth wurde immer wieder für den Literatur-Nobelpreis gehandelt. Für seinen Roman "American Pastoral" ("Amerikanisches Idyll") erhielt er 1998 den renommierten Pulitzer-Preis. Vor allem durch die Summe seiner hervorragenden Bücher wurde Roth zu den großen Schreiber der USA. Mehrere wurden verfilmt.

Über viele Jahre und Romane hinweg spielte der fiktive jüdische Autor Nathan Zuckerman eine tragende Rolle, der weithin als Alter Ego Roths angesehen wird.

"Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei"

Entsprechend groß war der Schock, als Roth 2012 seinen Ausstieg aus dem Literaturbetrieb ankündigte. "Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei", hatte er sich damals auf einen gelben Zettel geschrieben und auf seinen Computer geklebt. "Jeden Morgen schaue ich auf diesen Zettel, und das gibt mir sehr viel Kraft", sagte er.

Zu seinem 85. Geburtstag in diesem März sagte Roth, er bereue seinen Ruhestand nicht: "Die Bedingungen, die mich dazu gebracht haben, mit dem literarischen Schreiben aufzuhören, haben sich ja nicht verändert."

Schon 2010 habe er das Gefühl gehabt, dass seine beste Arbeit hinter ihm liege. "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Mai 2018 um 06:45 Uhr.

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