Das Video-Standbild zeigt die simulierte Landung von Philae auf dem Zielkometen Tschurjumow-Gerassimenko | Bildquelle: dpa

Weltraum-Mission beendet Roboter "Philae" im ewigen Tiefschlaf

Stand: 12.02.2016 14:23 Uhr

Der kleine Landeroboter "Philae" ist für immer eingeschlafen. Er war vor 15 Monaten von der europäischen Raumsonde "Rosetta" auf dem Kometen "Tschuri" abgesetzt worden. Dort sammelte er Informationen über Kometen. Doch er wird nicht mehr aufwachen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Hoffnung aufgegeben, dass sich der Landeroboter "Philae" noch einmal von der Oberfläche des Kometen "Tschuri" meldet. "Die Chancen, dass 'Philae' noch einmal Kontakt zu unserem Team im Lander-Kontrollzentrum aufnimmt, gehen leider gegen Null, und wir senden auch keine Kommandos mehr", erklärte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec. "Wenn er sich noch einmal meldet, wäre das sehr überraschend." Jetzt geht der Roboter offiziell in den ewigen Winterschlaf über.

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"Rosetta"-Mission

Geschichte einer historischen Mission

Start der Ariane V-Rakete mit der Raumsonde ''Rosetta'' vom Weltraumbahnhof Kourou am 2. März 2004

Start einer historischen Mission: Eine Ariane-V-Rakete bringt die Raumsonde "Rosetta" am 2. März 2004 ins All. Vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana wird "Rosetta" in den kommenden zehn Jahren insgesamt 6,4 Milliarden Kilometer zu ihrem Ziel, dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, zurücklegen. | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

"Philae" war seit November 2014 auf dem Kometen "Tschuri", um Informationen zu sammeln. Die europäische Raumsonde "Rosetta" hatte ihn dorthin gebracht. Er war nach Problemen beim Aufsetzen an einer deutlich schattigeren Stelle gelandet als geplant. Wegen der geringen Sonneneinstrahlung reichte die Energieversorgung nur für 56 Stunden, bevor er in den Schlafmodus überging. Im Juni 2015 wachte er wieder auf, doch seit dem 5. Juli 2015 hatte das Team keinen Kontakt mehr zu "Philae".

Trotzdem: 60 Stunden Forschung

Die Forscher vermuten, dass die Sonnenkollektoren des Roboters mit Staub bedeckt sind. Zusätzlich könne es in der Kometennacht bis unter minus 180 Grad Celsius kalt werden, erklärten Vertreter der DLR. Selbst am Tag bleibe der gesamte Komet nun tiefgefroren. In dieser unwirtlichen Umgebung könne der auf Temperaturen bis minus 50 Grad ausgelegte "Philae"-Lander nicht mehr arbeiten. Dennoch war es den Wissenschaftlern nach eigenen Angaben möglich, mehr als 60 Stunden mit ihm zu forschen.

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