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Europaweiter Pferdefleischskandal
Drei Festnahmen in Großbritannien
Im Skandal um falsch deklarierte und mit Pferdefleisch versetzte Rindfleischprodukte sind in Großbritannien drei Männer festgenommen worden. Sie stünden im Verdacht, Betrug in Zusammenhang mit Lebensmitteln begangen zu haben, sagte ein Polizeisprecher.
Zwei der drei Verdächtigen seien in einem Fleischverarbeitungsbetrieb in Südwest-Wales festgenommen worden. Der dritte Mann sei in einem Fleischbetrieb in der Grafschaft West Yorkshire festgenommen worden. Beide Betriebe waren am Dienstag bereits bei einer Razzia von der Polizei durchsucht worden. Sowohl Fleisch als auch Papiere wurden sichergestellt. Die britische Lebensmittelaufsicht FSA schloss den Betrieb vorübergehend.
Schmerzmittel in Pferdefleisch gefunden
Britische Experten hatten zuvor ein Schmerzmittel in Pferdefleisch entdeckt, das nach Frankreich exportiert wurde. Landwirtschaftsminister David Heath erklärte, in Proben von acht geschlachteten Pferden seien Spuren des Mittels Phenylbutazon entdeckt worden.
Drei der geschlachteten Pferde wurden nach Frankreich geliefert und gelangten dort in die Nahrungsmittelkette. Allerdings, so Heath, wurden Spuren des Medikaments nicht in den vom britischen Markt genommenen Tiefkühl-Lasagnen der Marke Findus gefunden. Der Fund von Pferdefleisch in diesen Produkten hatte den aktuellen Skandal ins Rollen gebracht.
Phenylbutazon wird häufig bei Pferden eingesetzt. Tiere, die damit behandelt wurden, dürfen allerdings nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei Menschen wird die Substanz nach Angaben von Verbraucherschützern vereinzelt im Kampf gegen Rheuma eingesetzt.
Pferdefleisch-Skandal weitet sich aus
nachtmagazin 00:30 Uhr, 15.02.2013, Carolin Gagidis, ARD aktuell
Französische Regierung geht Lebensmittelhändler an
Die französische Regierung richtete schwere Vorwürfe gegen den Lebensmittelhändler Spanghero. Das Unternehmen sei für die falsche Etikettierung des Fleisches verantwortlich, sagte Verbraucherschutzminister Benoît Hamon. Vertreter von Spanghero seien sich absolut darüber im Klaren gewesen, dass das billigere Pferdefleisch falsche Labels bekommen hatte. Nach ersten Erkenntnissen französischer Ermittlungen betrifft der Skandal 13 Länder und 28 Firmen. Es gehe um 750 Tonnen Pferdefleisch, sagte Hamon.
Nach seinen Angaben erhielt Spanghero eine Lieferung von Pferdefleisch von einem niederländischen Mittelsmann und brachte es in Umlauf, indem es das Fleisch als Rind an einen Hersteller von gefrorenen Lebensmittel weiter verkaufte. Diese Firma, Comigel, hätte das Problem laut Hamon eigentlich bemerken müssen - spätestens, als das Fleisch aufgetaut war. Auch die Dokumente zum Fleisch seien fragwürdig gewesen.
Pferdefleisch auch in Edeka-Lasagne
In Deutschland fand nach der Supermarktkette Real auch Edeka Pferdefleisch in Fertiggerichten. Einige Stichproben des Tiefkühlprodukts "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" hätten geringe Mengen Pferdefleisch enthalten, sagte ein Edeka-Sprecher. Auch Real, Rewe, Kaiser's Tengelmann und Eismann hatten in den vergangenen Tagen den Verkauf verschiedener Tiefkühlprodukte gestoppt.
Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums kritisierte, die "stillen Rückrufe" der Unternehmen, ohne die Behörden zu informieren. Wegen solch "eigenwilliger Aktionen" stünde nun unter Umständen nicht mehr genug Fleisch aus Fertigprodukten für Tests zur Verfügung. Auch frisches Pferdefleisch werde auf Spuren des Schmerzmittels Phenylbutazon untersucht. Hier sei die Prüfung ohne weiteres möglich.
Stand: 14.02.2013 20:26 Uhr
