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Britische Experten schlagen Alarm
Pferdefleisch enthielt Anti-Rheuma-Mittel
Britische Experten haben ein Schmerzmittel in Pferdefleisch entdeckt, das nach Frankreich exportiert wurde. Landwirtschaftsminister David Heath erklärte, in Proben von acht geschlachteten Pferden seien Spuren des Mittels Phenylbutazon entdeckt worden.
Drei der geschlachteten Pferde wurden nach Frankreich geliefert und gelangten dort in die Nahrungsmittelkette. Allerdings, so Heath, wurden Spuren des Medikaments nicht in den vom britischen Markt genommenen Tiefkühl-Lasagnen der Marke Findus gefunden. Der Fund von Pferdefleisch in diesen Produkten hatte den aktuellen Skandal ins Rollen gebracht.
Phenylbutazon wird häufig bei Pferden eingesetzt. Tiere, die damit behandelt wurden, dürfen allerdings nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei Menschen wird die Substanz nach Angaben von Verbraucherschützern vereinzelt im Kampf gegen Rheuma eingesetzt.
Pferdefleisch-Skandal: Edeka und Real rufen Tiefkühl-Lasagne zurück
tagesschau 17:00 Uhr, 14.02.2013, Jochen Taßler, WDR
Pferdefleisch auch in Edeka-Lasagne
In Deutschland fand nach der Supermarktkette Real auch Edeka Pferdefleisch in Fertiggerichten. Einige Stichproben des Tiefkühlprodukts "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" hätten geringe Mengen Pferdefleisch enthalten, sagte ein Edeka-Sprecher. Der Artikel sei schon am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, nachdem der Lieferant eine mögliche Beimischung von Pferdefleisch nicht ausschließen konnte. Die beigemischte Menge liege bei einem bis fünf Prozent. Die Gruppe überprüft auch weitere Artikel. Es gebe bislang aber keine Hinweise auf vergleichbare Probleme.
Auch Real, Rewe, Kaiser's Tengelmann und Eismann hatten in den vergangenen Tagen den Verkauf verschiedener Tiefkühlprodukte gestoppt.
Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums kritisierte, die "stillen Rückrufe" der Unternehmen, ohne die Behörden zu informieren. Wegen solch "eigenwilliger Aktionen" stünde nun unter Umständen nicht mehr genug Fleisch aus Fertigprodukten für Tests zur Verfügung. Auch frisches Pferdefleisch werde auf Spuren des Schmerzmittels Phenylbutazon untersucht. Hier sei die Prüfung ohne weiteres möglich.
Nachforschungen in mehreren europäischen Ländern
Behörden in vielen Ländern Europas suchen derzeit nach Pferdefleisch in Lebensmitteln sowie nach Spuren von Medikamenten. In mehreren Ländern war nicht deklariertes Pferdefleisch in Burger- und Lasagneprodukten entdeckt worden, zunächst in Großbritannien. In Deutschland war am Mittwoch erstmals nicht-deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühlkost entdeckt worden.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sagte aber, dass Pferdefleisch in Tiefkühlkost nach aktuellen Erkenntnissen nicht gesundheitsgefährdend sei.
Stand: 14.02.2013 14:50 Uhr
