Razzien in EU-Ländern Illegales Pferdefleisch im Handel

Stand: 25.04.2015 13:18 Uhr

Kriminelle Händler haben in Europa Pferdefleisch verkauft, das nicht für den Verzehr geeignet war. Bei grenzüberschreitenden Razzien wurden 26 Personen festgenommen, zumeist in Frankreich. Sie sollen Papiere gefälscht haben, um das Fleisch in Umlauf zu bringen.

In mehreren Ländern Europas ist offenbar jahrelang Pferdefleisch in den Lebensmittelhandel geschleust worden, das nicht für den menschlichen Verzeht vorgesehen war.

Pferdefleisch in einer Auslage | Bildquelle: dpa
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Kriminelle Händler schleusten illegales Pferdefleisch in den Lebensmittelhandel.

Während einer Polizeiaktion wurden Dutzende Betriebe durchsucht und 26 Personen festgenommen, die meisten von ihnen in Frankreich. 200 Pferde wurden für eine Untersuchung beschlagnahmt. Dies geht aus einer Mitteilung der Koordinationsstelle für die Justizzusammenarbeit in der EU (Eurojust) in Den Haag hervor.

Nach Schätzung französischer Behörden gelangten zwischen 2010 und 2013 etwa 4700 Pferde in die Lebensmittelkette, die nicht für den Verzehr geeignet waren. Die grenzüberschreitend operierenden kriminellen Händler sollen vor allem die Pferdepässe gefälscht haben, mit denen sich die Herkunft jedes Pferdes und dessen Gesundheitszustand nachvollziehen lässt. "So wurde aus Pferden, die eigentlich beseitigt werden sollten, ein wertvolles Gut mit großen Profit-Margen", hieß es in Ermittlerkreisen in Den Haag.

Koordinierte Aktion betroffener Länder

Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Verbraucher gesundheitlich geschädigt worden seien. Deutschland sei "so gut wie nicht betroffen": In der Bundesrepublik habe es nur eine Hausdurchsuchung und keine Festnahmen gegeben. Die kriminellen Pferdefleischhändler hätten vor allem in Frankreich, Belgien und den Niederlanden operiert.

Erste Ermittlungen seien im belgischen Arlon im November 2012 und in Marseille im Juli 2013 aufgenommen worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass es auch Verbindungen zu anderen Staaten, unter anderem Irland und Großbritannien, gebe. Die betroffenen Staaten stimmten sich bei den Ermittlungen über die Eurojust-Behörde ab und organisierten die zeitgleiche Untersuchung in mehreren Ländern.

Die Ermittlungen haben nichts mit dem Pferdefleischskandal von Anfang 2013 in Deutschland zu tun: Damals war einwandfreies Pferdefleisch falsch deklariert und in Lebensmitteln - vor allem Lasagne - verarbeitet worden.

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