Eine Chinesin mit Mundschutz betet am Yonghegong Lama Tempel in Peking und brennt Räucherstäbchen ab.  | Bildquelle: dpa

Smog in Peking Dicke Luft auch an Neujahr

Stand: 01.01.2017 11:40 Uhr

In Peking wurden am Neujahrstag die Grenzwerte für Feinstaub um das Zwanzigfache überschritten. Anders als in vielen anderen Städten des Landes, wurde aber nicht die Alarmstufe Rot ausgelöst - sehr zum Ärger der Bevölkerung Pekings.

Giftiger Smog hat Chinas Hauptstadt Peking auch am Neujahrstag zu schaffen gemacht: Eine graue, beißend riechende Dunstglocke hing über der Millionenmetropole und beschränkte die Sicht auf wenige Hundert Meter. Leuchtreklamen auf Wolkenkratzern verschwanden im Nebel, Touristen trugen Atemmasken.

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Peking - Chinas Hauptstadt versinkt im Smog

Peking
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Grenzwerte um Vielfaches überschritten

Nach Angaben der US-Botschaft wurden die Grenzwerte für die Feinstaub-Belastung zeitweilig um das Zwanzigfache überschritten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, beim besonders gesundheitsgefährdenden PM2,5-Feinstaub einen Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht zu überschreiten. An verschiedenen Stellen in Peking wurden aber Feinstaubwerte von 500 Mikrogramm und mehr gemessen.

Höchste Alarmstufe in 24 Städten

Bereits am Freitag und Samstag galt Medienberichten zufolge in 24 Städten im Norden und Osten Chinas die höchste Smog-Alarmstufe. Einwohner der Hauptstadt machten ihrem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft. "Warum wurde nicht die Alarmstufe Rot ausgelöst? Weil es ein schlechtes Vorzeichen für das neue Jahr wäre?", fragte ein Nutzer im Kurzbotschaftendienst Weibo.

"Die Umweltverschmutzung hat in Peking jetzt eine Aufenthaltsgenehmigung", schrieb ein anderer. Sie gehe vermutlich "nie wieder weg".

Die Behörden bemühen sich seit einiger Zeit, den Smog durch eine Reihe von Maßnahmen zu verringern. Allerdings wird die Luftverschmutzung durch den massiven Kohleverbrauch zum Heizen und zur Stromgewinnung insbesondere im Winter sowie durch den zunehmenden Autoverkehr verstärkt.

Die Luftverschmutzung in Peking und anderen chinesischen Städten wird für Hunderttausende von Todesfällen mitverantwortlich gemacht, etwa durch Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Januar 2017 um 11:32 Uhr

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