Seitenueberschrift

Parteitag der US-Republikaner in Tampa

US-Präsidentschaftswahlkampf

Republikaner schicken Romney ins Rennen

Die US-Republikaner haben den Multimillionär Mitt Romney offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gekürt. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts tritt damit bei der Wahl am 6. November gegen den Amtsinhaber Barack Obama an. Romney will die Nominierung am Donnerstag in einer Rede offiziell annehmen. Sein designierter Stellvertreter Paul Ryan will sich am Mittwoch an die Delegierten wenden. Auch er wurde von ihnen nominiert.

Eine erwartet überwältige Mehrheit von 2061 der 2286 Delegierten sprach sich bei dem Parteitag der Republikaner in Tampa in Florida für den 65-Jährigen aus, der damit im zweiten Anlauf um die Kandidatur seinen bisher größten politischen Erfolg erzielte. Vor vier Jahren noch war er Senator John McCain unterlegen, der gegen Obama verlor.

Romneys Ehefrau Ann rief den Delegierten zu: "Ihr könnt Mitt vertrauen." Niemand werde sich mehr als ihr Mann dafür einsetzen, Amerika aus der Krise zu führen. "Er ist der Mann, den Amerika braucht. Er wird nicht versagen", sagte sie. Zugleich versuchte sie, den frisch gekürten Kandidaten als sympathischen und warmherzigen Menschen darzustellen. Romney wird oftmals als hölzern und kühl angesehen.

Stefan Niemann (ARD Washington) zu Romneys Kür
nachtmagazin 00:00 Uhr, 29.08.2012

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Nominierung nach 15 Monaten Wahlkampf in der Partei

Hinter Romney liegen 15 Monate parteiinterner Wahlkampf. Der Republikaner hatte Anfang Juni 2011 erklärt, dass er sich um das Präsidentenamt bewirbt. In monatelangen Vorwahlen setzte er sich gegen rund ein Dutzend parteiinterner Kontrahenten durch. Die meisten hatten im Verlauf des Rennens aufgegeben.

Bei dem Parteitag konnte lediglich der ultraliberale Bewerber Ron Paul eine größere Zahl an Delegiertenstimmen erlangen. Er hatte trotz seiner aussichtslosen Lage an der Bewerbung festgehalten. Paul erhielt die Stimmen von 190 Delegierten.

Romney und das Parteiestablishment hatten im Vorfeld der Convention aber verhindert, dass Stimmen für Paul offiziell gewertet werden. Dieses Vorgehen sorgte für Protest unter Pauls Anhängern.

National Conventions - aufmerksam verfolgte Spektakel

Angesichts des herannahenden Hurrikans "Isaac" war der Parteitag am Montag zwar eröffnet, aber nach wenigen Minuten auf Dienstag vertagt worden. "Isaac" sollte voraussichtlich noch im Laufe des Tages die Golfküste der USA als Hurrikan erreichen.

Die sogenannten National Conventions, wie die Parteitage der Republikaner und Demokraten in den USA genannt werden, zählen zu den am aufmerksamsten verfolgten Ereignissen während des gesamten Präsidentschaftswahlkampfs. Sie bieten Kandidaten die Möglichkeit, ihre Standpunkte vor Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren. Für Romney ist der Parteitag vor allem eine Möglichkeit, den rechten Flügel der Partei für sich zu gewinnen, dem er als zu liberal gilt.

Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet in der kommenden Woche in Charlotte im US-Staat North Carolina statt.

Stand: 29.08.2012 05:38 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

4 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Darstellung: