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Republikaner-Parteitag in Florida
Nacht der Entscheidung für Mitt Romney
Prominente Unterstützer, exakte Choreografie und viel Holz: Auf dem Parteitag der Republikaner wird nichts dem Zufall überlassen. Nichts soll die Nominierung Mitt Romneys zum Präsidentschaftskandidaten stören. Die wichtigste Rolle wird allerdings seine Frau Ann spielen.
Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington, zzt. Tampa
"Test, Test. New Hampshire. Test": Das ist noch ein Probedurchlauf in der Parteitagshalle in Tampa. Noch heute Nacht deutscher Zeit wird es jedoch ernst. Dann stimmen die Delegationen aus allen US-Bundesstaaten darüber ab, ob Mitt Romney der Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird.
Dass der Ex-Gouverneur und Multimillionär diesen Test besteht, daran zweifelt niemand. Die 26-jährige Rachel aus Kansas ist zum ersten Mal auf einem Parteitag und kann den Beginn der Veranstaltung kaum noch abwarten: "Alle sind sehr aufgeregt, hier zu sein. Hier wird Geschichte geschrieben. Und mit Menschen in Tampa zu sein, die ähnlich denken wie ich und die auch dafür brennen, den Mann zu unterstützen, der unser nächster Präsident wird - das ist unbeschreiblich."
Republikaner: Der Tag der Romney-Nominierung in Tampa
A. Engelke, NDR Washington
28.08.2012 20:32 Uhr
Traurige Ron-Paul-Anhänger
Es gibt aber einige unter den knapp 2500 Delegierten, die sich nicht freuen. Die Anhänger des radikal-liberalen Ron Paul. Der 77-jährige Kongressabgeordnete aus Texas hat mit Abstand die enthusiastischsten Fans. Sie gleichen religiösen Jüngern.
Einer von ihnen ist der Mittdreißiger Jason aus Michigan. Aus dem Staat also, in dem Romney groß geworden ist. Jason weiß noch nicht, ob er heute Nacht für Romney die Hand heben wird: "Mir geht es nur um unsere Verfassung und um die Freiheit. Ich bevorzuge einen Kandidaten, der wie ich daran glaubt. Deswegen wird es für mich schwierig."
Romney im Spagat zwischen Rechts und Mitte
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.08.2012, Tina Hassel, ARD Washington, zzt. Tampa
Die Schwergewichte müssen in die Bütt
Den ganzen Abend werden heute auf dem Parteitag prominente Unterstützer für Romney werben. Von 22.00 bis 23.00 Uhr (Ortszeit) übertragen die großen US-Fernsehsender live. In dieser Zeit treten auf der im warmen Holz gefassten Bühne die Schwergewichte ans Rednerpult. Wie zum Beispiel der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie. Ein Mann, der immer wieder durch seine Direktheit auffällt und den viele Republikaner gerne als Präsidentschaftskandidaten oder zumindest als Vize gesehen hätten.
"Außerhalb der Öffentlichkeit ist er locker und spaßig"
Aber auch Romney Ehefrau Ann wird eine Rede halten. Die 63-Jährige soll die menschliche Seite ihres Mannes unterstreichen. "Er hat gerne Spaß, ist warm und spontan. Außerhalb der Öffentlichkeit ist er so locker und spaßig. Es macht so viel Freude, mit ihm zusammen zu sein", sagte sie in einem der zahlreichen Interviews, die sie zusammen mit ihrem Mann vor dem Parteitag gab.
Das Ehepaar Romney kennt die Umfragen und es weiß: Die US-Bürger halten Romney zwar für den kompetenteren Kandidaten in Wirtschaftsfragen. bei den persönlichen Sympathiewerten hinkt er seinem Gegner Präsident Barack Obama allerdings weit hinterher. Seit 1984 hat kein Präsidentschaftsherausforderer so hohe Negativwerte gehabt wie Romney.
Auf die Frage, warum ihr Mann denn in der Öffentlichkeit so ungelenk wirkt, antwortete Ann Romney auf CNN: "Es ist schade, dass die Menschen Mitt nur als Geschäftsmann wahrnehmen. Für mich ist das nur ein Prozent des wahren Mitt." Die anderen 99 Prozent von Mitt Romney zu zeigen, das ist bis Freitag die große Herausforderung des Parteitags in Tampa.
Jörg Schönenborn (WDR) zu Romneys Chancen
tagesthemen 22:15 Uhr, 28.08.2012
Stand: 28.08.2012 21:22 Uhr
