Jaroslaw Kaczynski (links) und Beata Szydlo feiern den Wahlsieg. | Bildquelle: AP

Endergebnis der Polen-Wahl Nationalkonservative können alleine regieren

Stand: 27.10.2015 16:13 Uhr

Jetzt ist es amtlich: In Polen haben die Nationalkonservativen um Ex-Premier Kaczynski die absolute Mehrheit bei der Parlamentswahl erreicht. Vor allem beim Thema Flüchtlinge kündigten sie eine härtere Gangart an.

Die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) des früheren polnischen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski hat bei der Parlamentswahl die absolute Mehrheit erreicht. Sie kommt auf 235 der 460 Sitze und ist damit nicht auf einen Koalitionspartner angewiesen. Das geht aus dem amtlichen Endergebnis hervor.

Bei der Wahl am Sonntag hatte die PiS 37,6 Prozent der Stimmen erzielt - der deutlichste Sieg einer Partei in Polen seit der Wende 1989. Die seit acht Jahren regierende Bürgerplattform (PO) kam auf 24,1 Prozent und erhält im Sejm 138 Mandate.

Ex-Rocker auf Platz drei

Drittstärkste Partei ist die konservative Bewegung Kukiz des ehemaligen Rockmusikers Pawel Kukiz, die 8,8 Prozent der Stimmen erhielt. Außerdem schafften die wirtschaftsliberale Partei Nowoczesna mit 7,6 Prozent und die Bauernpartei PSL mit 5,1 Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament. Ferner hat die deutsche Minderheit in Polen einen Vertreter im Parlament. Linke Parteien schafften es nicht ins neue Parlament.

Die bisherige Regierungschefin Ewa Kopacz von der PO hatte ihre Niederlage bereits kurz nach der Wahl eingestanden. Ihre designierte Nachfolgerin ist Beata Szydlo von der PiS. Sie verspricht unter anderem eine starke Rolle Polens in der EU, etwa in der Flüchtlingspolitik.

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