Trauernde Schüler nach dem Schulmassaker in Parkland | Bildquelle: AFP

Parkland nach Schulmassaker Eine Stadt zwischen Trauer und Panik

Stand: 16.02.2018 05:49 Uhr

Hunderte Menschen haben am Abend der Opfer des Schulmassakers in Parkland gedacht. Die Stadt ist in einem Schockzustand. Eine Rückkehr zum Alltag ist nur schwer möglich.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Hunderte halten Kerzen hoch. Viele tragen T-Shirts der Stoneman Douglas Highschool. Sie nehmen sich in die Arme, schluchzen als bei einer Mahnwache zum Sonnenuntergang in Parkland der Vater der 14-jährigen Jaime auf der Bühne spricht. Seine Tochter wurde in der Schule erschossen.

"Mein Job als Vater ist es, meine Kinder zu beschützen", sagt er. "Und ich habe sie in die Schule geschickt. Manchmal ist es morgens so hektisch, dass ich nicht dazu komme, ihr zu sagen, dass ich sie liebe. Ich weiß nicht, ob ich ihr das an diesem letzten Morgen gesagt habe."

Gedenkfeier für getötete Schüler nach Amoklauf in Florida
tagesschau24 11:00 Uhr, 16.02.2018, Arndt Brorsen, ARD-aktuell

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gegenseitig Halt geben

Es strömen immer mehr Menschen auf die große Wiese des Parks. Sie wollen zusammen sein, sich gegenseitig Halt geben. Außer den Helikoptern am Himmel ist es ungewöhnlich ruhig. Viele reden mit gedämpfter Stimme miteinander.

Pastor Stefan Bomberger ist gekommen, um zu trösten. Er weiß, dass alle - auch er selbst - betroffen sind. "Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, der jemanden verloren hat und wir sind zutiefst erschüttert", sagt er.

Ein paar Meter weiter stehen Menschen im Kreis. Sie halten sich an den Händen. Die Köpfe gesenkt beten sie. Die Gefühle, die in der Kleinstadt Parkland zu spüren sind, seien schwer in Worte zu fassen, erzählt dieser junge, dunkelhaarige Mann: "Das ist heftig. Hoch und runter. Es ist eine Berg- und Talbahn. Schwer zu beschreiben."

Gedenkfeier für Opfer des Schulmassakers in Parkland | Bildquelle: AFP
galerie

In Parkland gedachten die Menschen teils in Stille, teils im Gebet der Opfer.

"Wir beten für die Schüler und Lehrer"

In einer Pizzeria in der Stadt steht auf dem Glastresen "Wir beten für die Schüler und Lehrer und für unseren Ort." Es ist wenig los. Viele bleiben lieber zu Hause. Das hat auch Lisa erlebt. Die schlanke Frau mit dem dunkelblonden langen Zopf ist Lehrerin an einer Grundschule in Parkland: "Wir wollten so normal wie möglich weitermachen heute. Aber bei mir hat die halbe Klasse gefehlt. Es waren nur neun von 21 Schülern da."

Auch ihr selbst ist es nicht leicht gefallen, ihren Sohn in die Schule zu schicken. "Es war nervenaufreibend, aber wir haben versucht so gut es geht weiterzumachen", erzählt sie.

Im Radio wird zum Blutspenden aufgerufen. Auf einem anderen Sender rufen Menschen aus der Gegend an. Sie wollen ihre Gefühle, ihre Gedanken teilen. Eine Stimme sagt: "Wir haben darüber zu Hause geredet, weil wir wie alle Eltern Panik haben nach der Schießerei. Wir überlegen, ob wir unsere Kinder zu Hause unterrichten sollen, weil wir Angst haben."

Angst, Wut, Fassungslosigkeit

Angst. Wut. Sprachlosigkeit. Trauer. Fassungslosigkeit. All diese Gefühle haben mit Wucht in Parkland eingeschlagen. Die Menschen halten sich aneinander fest. Niemand will allein sein. Die Menschen legen Blumen nieder, zünden Kerzen an und hören, wie die Jahrgangssprecherin des Abschlussjahrgangs die Namen ihrer getöteten Mitschüler und Lehrer vorliest.

Tag 1 einer neuen Zeitrechnung in Parkland. In dem Ort mit den ordentlich gestutzten Rasenflächen, schicken Häusern und gepflegten Straßen wird das Leben nie wieder so sein, wie es noch Anfang dieser Woche war. Die neue Realität sinkt langsam und schmerzhaft ein bei den Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Februar 2018 um 04:57 Uhr.

Darstellung: