Emma Gonzalez | Bildquelle: dpa

Parkland nach dem Attentat Das Gesicht des Schülerprotests

Stand: 21.02.2018 05:13 Uhr

Nach dem Massaker an einer Highschool im US-Bundesstaat Florida fordern die Mitschüler der Opfer schärfere Waffengesetze. Wortführerin des Widerstands: Die 18-jährige Emma Gonzalez.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

"Genug. Es reicht. Es reicht." Die Schüler der Stoneman Douglas Highschool schreien ihren Protest laut raus. Sie sind zwischen 16 und 19 Jahren alt und haben den Amoklauf an ihrer Schule überlebt. Sie fordern, dass sich endlich etwas an den Waffengesetzen in den USA ändert. Das Gesicht dieses Protests ist Emma Gonzalez geworden.

"Sie sagen, dass kein Gesetz die Hunderten sinnlosen Tragödien hätte verhindern können. Wir sagen: Bullshit. Sie sagen, wir Kinder sind zu jung und verstehen nicht, wie regieren funktioniert. Wir sagen: Bullshit", so Gonzalez.

US-Schüler planen Großdemonstration gegen Waffenlobby
tagesschau 12:00 Uhr, 21.02.2018, Mareike Aden, NDR

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"Ich kenne keine Welt ohne Schulschießereien"

Entschlossen wischt sich die 18-Jährige mit den raspelkurzen Haaren die Tränen aus den Augen. Ihre Form des Trauerns: protestieren, aufrütteln. Ihre Rede hat sie über Nacht über die Sozialen Medien weltbekannt gemacht.

Sängerin Demi Lovato hat sie angerufen, um mit ihr zu reden - Emmas Leben steht Kopf. Denn eigentlich sollte sie, wäre das Massaker nicht passiert, einfach in der Schule sitzen und für ihren Abschluss lernen.

Emma ist im Jahr des Amoklaufs an der Columbine High School in Colorado auf die Welt gekommen. "Ich kenne keine Welt ohne Massenschießereien an Schulen", sagt sie.

Trauernde Schüler nach dem Schulmassaker in Parkland | Bildquelle: AFP
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Trauernde Schüler nach dem Schulmassaker in Parkland.

Demonstration in Washington

Doch nach dem Amoklauf in Parkland ist etwas anders: die Reaktion der Schüler. Sie schreien ihre Wut und Fassungslosigkeit in Mikrofone, demonstrieren mit handgemalten Schildern und planen für Ende März eine Großdemo in Washington unter dem Motto "Marsch für unsere Leben".

David hat sich mit seinen Mitschülern während der Schießerei versteckt, er hat Videos davon gedreht. Er fragt Politiker, die Gelder von der mächtigen Waffenlobby NRA nehmen, ganz direkt: "Wenn ihr nicht gewählt werden könnt, ohne Geld von Kindermördern zu nehmen, warum tretet ihr überhaupt an?"

Bald wieder zur Schule - außer es gibt Interviews

Viele Schüler der Stoneman Douglas High School wollen, dass dieser Amoklauf ein Wendepunkt wird. Dass sich jetzt endlich etwas ändert. Emma Gonzalez ruft die Leute auf, wählen zu gehen. Andere wie die 19-Jährige Tyra sagen, sie wollen mit US-Präsident Donald Trump darüber reden, dass die Gesetze geändert werden. Und die Bilanz, die der 17-Jährige David auf CNN zieht, ist bitter: "Wir müssen das Thema angehen. Das ist die 18. Schießerei an einer Schule in diesem Jahr und es ist erst Februar. Das zeigt, wie übel die Lage ist und wieviel es zu tun gibt."

Vor einer Woche noch waren sie einfach nur Schüler, jetzt sind sie Überlebende, Aktivisten, Trauernde, Demonstranten. Ihr Leben ist nicht mehr, was es noch vor wenigen Tagen war. Wenn in einer Woche die Stoneman Douglas High School wieder öffnet, will Emma aber ihren eigentlichen Job wieder machen: zur Schule gehen. Nur mit einer kleinen Einschränkung: "Wenn die sagen: die Schule ist wieder offen, bin ich da….außer wir haben Interviews….wir müssen mit unseren Leuten zusammensein."

So eine Reaktion hat es auf einen Amoklauf an einer Schule in den USA noch nicht gegeben. Ob der Protest etwas ändert, dahinter steht allerdings einmal mehr ein Fragezeichen.

Die Gesichter des Schülerprotests: Emma Gonzalez und ihre Mitschüler
Martina Buttler, ARD Washington
21.02.2018 06:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 21. Februar 2018 das nachtmagazin um 00:35 Uhr und das ARD-Morgenmagazin um 05:44 Uhr.

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