Park | Bildquelle: AP

Südkorea Park zu Machtverzicht bereit

Stand: 29.11.2016 08:44 Uhr

Seit Wochen steht die südkoreanische Präsidentin Park wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck - nun ist sie bereit zurückzutreten. Sie werde ihren Posten räumen, sobald ein Weg zur Übergabe der Regierung geschaffen sei. So will Park offenbar einer Amtsenthebung entgehen.

Die wegen einer Korruptionsaffäre unter hohem Druck stehende südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye ist zum Rücktritt bereit und will das Parlament über ihr politisches Schicksal entscheiden lassen. "Ich überlasse die Frage meines Abgangs, die Verkürzung meiner Amtszeit eingeschlossen, einer Entscheidung der Nationalversammlung", sagte Park in einer live im Fernsehen übertragenen Ansprache.

Regierungschaos möglichst klein halten

"Sobald die Abgeordneten Maßnahmen für eine Machtübergabe vorlegen, die die Gefahr eines Machtvakuums und ein Regierungschaos möglichst klein halten, werde ich zurücktreten", sagte Park weiter. Beobachter werteten die Erklärung als Versuch, einem entwürdigenden Amtsenthebungsverfahren zu entgehen.

Im Zentrum der Affäre steht die langjährige Präsidentenfreundin Choi Soon Sil, die ihre Beziehungen zu Park genutzt haben soll, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Die 60-jährige Choi sitzt inzwischen wegen des Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft.

Mehrheit fordert Rücktritt

Einer aktuellen Umfrage zufolge fordern neun von zehn Südkoreanern Parks Rücktritt. Erst am Samstag hatten erneut hunderttausende Menschen gegen die Präsidentin demonstriert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. November 2016 um 07:40 Uhr

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