Karte Paris

Überblick zu Pariser Anschlägen Was bislang bekannt ist

Stand: 14.11.2015 05:38 Uhr

Explosionen, Schießereien, Geiselnahme: Die Terrorserie von Paris hat sich gegen mindestens sieben Ziele gerichtet. Allein im Konzertsaal "Bataclan" soll es mehr als 100 Tote gegeben haben. Ein Überblick.

  • Während am Abend das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland lief, kam es in unmittelbarer Nähe des Stadions Stade de France zu mehreren Explosionen. Ermittler berichten von vier Toten. Mindestens zwei der Explosionen wurde von Selbstmordattentätern ausgelöst, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Die Anschläge ereigneten sich laut einem Polizeisprecher an zwei Eingängen zum Stadion sowie bei einem McDonald's-Restaurant in der Nähe. Das Spiel wurde fortgesetzt, nach dem Abpfiff strömten Hunderte Zuschauer auf den Rasen - wohl auch, weil einige Ausgänge versperrt wurden.

  • Im Konzertsaal "Bataclan" schossen mehrere Terroristen einem Augenzeugen zufolge minutenlang mit Maschinengewehren um sich, ARD-Korrespondentin Ellis Froeder sprach von "apokalyptischen Zuständen". Ein Radioreporter, der zufällig im "Bataclan" war, erzählte dem US-Sender CNN, die Männer seien schwarz gekleidet gewesen und hätten wahllos in die Menge gefeuert. Als die Polizei die Halle stürmte, sprengten sich die Angreifer mit Sprengstoffgürteln in die Luft, wie Polizeipräfekt Michel Cadot mitteilte. Nach Angaben der Pariser Stadtverwaltung wurden allein in dem Konzerthaus mehr als 100 Menschen getötet.

  • Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft sind insgesamt acht Angreifer tot. Mit einer Ausnahme sprengten sich alle selbst in die Luft. Ein Attentäter wurde von der Polizei erschossen.

  • Auch wenn es bislang keine Beweise gibt: Sicherheitskreise gehen offenbar von islamistischen Tätern aus. Ein Besucher des "Bataclan" berichtete im Radiosender France Info, die Angreifer in dem Konzertsaal hätten "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen.

  • In zwei Restaurants in der französischen Hauptstadt fielen Schüsse. Dort gab es etwa 20 Tote. In der Nähe einer Bar wurden weitere 18 Menschen getötet.

  • Im Einkaufszentrum von Les Halles in der Innenstadt kommt es zu einer weiteren Schießerei, wie der Hörfunksender Europe 1 berichtet.

  • Die deutsche Nationalmannschaft musste nach der mit 0:2 verlorenen Partie lange in den Stadion-Katakomben ausharren. In Kleinbussen wurden die Spieler schließlich am frühen Samstagmorgen zurück ins Teamhotel gebracht. Eine Fahrt mit dem Mannschaftsbus durch die Millionenstadt erschien aus Sicherheitsgründen nicht ratsam.

  • Präsident Francois Hollande verhängte für das ganze Land den Ausnahmezustand. Außerdem kündigte er die Schließung der Grenzen an und sagte seine Teilnahme am G20-Gipfel in der Türkei ab. Die Pariser Bürger wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Zudem wurde der U-Bahn- und Busverkehr in Teilen der Stadt unterbrochen. Die Flughäfen sollen jedoch offen bleiben. Landesweit wurden 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert.

Zuschauer verlassen das Stadion in Paris | Bildquelle: dpa
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Ende eines Fußballspiels: Das Stade de France nach dem Abpfiff

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2015 um 07:10 Uhr.

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