Bewerbung für Olympia 2024 Paris tritt gegen Hamburg an

Stand: 13.04.2015 13:28 Uhr

Hamburg bekommt einen mächtigen Gegner: Der Pariser Stadtrat hat eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 genehmigt. Auch Boston und Rom sind schon im Rennen. Und weiteren Metropolen wird ein Interesse nachgesagt.

Paris will sich um die Olympischen Spiele 2024 bewerben und wird damit Konkurrent von Hamburg. Der Stadtrat gab mit breiter Mehrheit grünes Licht für eine Kandidatur. Bis zum Sommer sollen Details ausgearbeitet werden, die offizielle Kandidatur muss die Stadt dann gemeinsam mit dem Nationalen Olympischen Komitee einreichen.

"Damit sind wir im olympischen Abenteuer", sagte die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Die Kosten der Spiele in Paris werden auf 6,2 Milliarden Euro geschätzt.

Mehrfach erfolglos beworben

"Es gibt noch viel Arbeit", sagte das französische IOC-Mitglied Tony Estanguet. Paris hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach erfolglos um die Olympischen Spiele beworben: Für 1992, 2008 und 2012 zog die französische Hauptstadt den Kürzeren. Dabei war sie zuletzt ganz dicht dran, verlor aber trotz der besten Noten durch die Evaluierungskommission knapp gegen London (50:54). Nun soll es 2024 soweit sein - exakt 100 Jahre nach den letzten Sommerspielen in Paris.

Die Stadt will ihre Bürger nun in den kommenden Monaten mit öffentlichen Diskussionsveranstaltungen und über eine Webseite einbinden. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Meinungsumfrage im Auftrag der Zeitung "Le Parisien" sind 61 Prozent der Franzosen für die Bewerbung, bei den Bewohnern des Pariser Großraums sind es 63 Prozent.

Kritische Stimmen kamen von den Grünen und der Linkspartei im Pariser Stadtrat, die unter anderem fürchten, dass die hohen Kosten der Bewerbung mit offenem Ausgang dann an anderer Stelle fehlen. Bürgermeisterin Hidalgo betonte dagegen, die Olympischen Spiele könnten genutzt werden, um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, neuen Wohnraum zu schaffen und die Energiewende voranzutreiben.

Viele Städte wollen sich bewerben

Außer Paris und Hamburg haben Boston und Rom ihre Kandidatur für das größte Sportspektakel der Welt angekündigt. Interesse sollen auch Doha, Budapest, Istanbul, Baku und eine Stadt in Australien haben. Bis Mitte September müssen die Bewerbungsschreiben vorliegen, das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet im Sommer 2017.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte im März entschieden, Hamburg ins Olympia-Rennen zu schicken. Allerdings sollen die Bürger der Hansestadt bei einem Volksentscheid im Herbst das letzte Wort haben.

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