Polizei patrouilliert nach einem Macheten-Angriff vorm Louvre in Paris.  | Bildquelle: AP

Attacke in Paris Louvre-Angreifer kam vermutlich als Tourist

Stand: 04.02.2017 15:12 Uhr

Beim Angreifer nahe dem Louvre-Museum in Paris könnte es sich um einen 29-jährigen Ägypter handeln. Er soll mit einem Touristenvisum nach Frankreich gereist sein und vor dem Attentat mehrere Twitter-Nachrichten mit Bezug auf den IS verschickt haben.

Der Mann, der Freitagmorgen nahe des Louvre-Museums in Paris auf mehrere Soldaten mit zwei Macheten zu gestürmt war, soll vermutlich ein 29-jähriger Ägypter sein. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, auch wenn der Angreifer noch nicht formell identifiziert ist. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der mutmaßliche Täter am 26. Januar von Dubai nach Paris geflogen sein - mit einem Touristenvisum.

Der Macheten-Angreifer hatte in der Einkaufsgalerie Carroussel du Louvre vier patrouillierende Soldaten angegriffen. Er soll "Allahu Akbar" gerufen haben. Ein Soldat wurde am Kopf verletzt, stürzte auf einen zweiten Soldaten. Dieser fiel zu Boden, wehrte den Angreifer zunächst mit Fußtritten ab und eröffnete dann mit seinem Sturmgewehr das Feuer. Der Angreifer wurde unter anderem durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen befindet er sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Mann kann allerdings noch nicht verhört werden. Der Louvre ist wieder geöffnet.

Twitter-Botschaften mit IS-Bezug

Möglicherweise hat der Mann kurz vor seinem Angriff mehrere Twitter-Botschaften über den Onlinedienst Twitter verschickt. Darin habe der Tatverdächtige Bezug auf die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) sowie die "Brüder in Syrien und die Kämpfer in der ganzen Welt" genommen, hieß es am späten Freitagabend aus ermittlernahen Kreisen.

Von dem Konto, das dem Mann zugerechnet wird, seien wenige Minuten vor dem Angriff mindestens zehn Botschaften auf Arabisch veröffentlicht worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Unter anderem war darin auch die Rede von einer Reise von Dubai nach Paris am 26. Januar - dies deckt sich mit dem Flug des Tatverdächtigen.

Zweite Festnahme

Die Sicherheitskräfte nahmen inzwischen eine zweite Person fest. "Sie befand sich vor Ort", sagte ein Sprecher des Innenministeriums lediglich. Es ist unklar, ob es eine Verbindung zu dem Angreifer gibt.

Präsident François Hollande sagte am Rande des EU-Gipfel in Valletta, bei dem Täter habe es sich sehr wahrscheinlich um einen Terroristen gehandelt. Es gebe "kaum Zweifel" am "terroristischen Charakter" der Tat. Hollande räumte ein, dass Frankreich trotz erheblich gesteigerter Sicherheitsmaßnahmen weiter Angriffe von Terroristen fürchten muss. "Die Gefahr besteht, sie wird bleiben, und wir werden das bewältigen müssen", sagte er.

Viele Tote seit Anfang 2015

In Frankreich wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von islamistisch motivierten Terroranschlägen mit vielen Opfer verübt. Deshalb gilt der Ausnahmezustand. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden massiv verstärkt, vor vielen Institutionen sind auch Soldaten für Wachdienste eingesetzt. Allein in der Hauptstadtregion sind im Rahmen der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" (Wächter) 3500 Soldaten im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Februar 2017 um 09:00 Uhr.

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