Terrorverdacht

Mann an Pariser Flughafen erschossen

Stand: 18.03.2017 13:38 Uhr

Am Pariser Flughafen Orly ist ein Mann erschossen worden, nachdem er versucht hatte, einer Soldatin die Waffe zu entreißen. Zuvor hatte der Mann einen Polizisten bei einer Straßenkontrolle angeschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts.

Am Pariser Flughafen Orly ist ein Mann niedergeschossen worden. Laut Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian zuvor versucht, einer Soldatin die Waffe zu entreißen. Die Frau sei Reservistin und als Teil einer Patrouille von drei Soldaten am Flughafen unterwegs gewesen. Sie habe ihre Waffe festgehalten. "Aber ihre zwei Kameraden haben es für nötig gehalten - und sie hatten Recht - das Feuer zu eröffnen, um sie zu beschützen, und vor allem um alle Leute drumherum zu beschützen", sagte Le Drian. Verletzte habe es nicht gegeben.

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Aktuelle Informationen von Mathias Werth, ARD Paris

tagesschau 13:35 Uhr, 18.03.2017

Verdacht auf terroristischen Hintergrund

Etwa anderthalb Stunden zuvor hatte derselbe Mann nach Angaben von Innenminister Bruno Le Roux in der Nähe von Paris mit einer Schrotpistole auf Polizisten geschossen und dabei einen Beamten leicht am Kopf verletzt. Der Angreifer sei Polizei und Geheimdiensten bekannt gewesen, teilte der Innenminister mit.

Die französische Nachrichtenagentur AFP meldete, dass es sich bei dem Mann um einen 39-jährigen Franzosen handelt. Er sei wegen einer Reihe von Straftaten wie bewaffnetem Raubüberfall und Drogenhandel mehrfach vorbestraft.

Aus Sicht der Ermittler besteht der Verdacht eines terroristischen Hintergrunds, die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen zum Vorfall. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, der Mann stehe nicht auf einer offiziellen Liste von Personen, die als Gefahr für die öffentliche Sicherheit betrachtet werden. Der Vater und der Bruder des Angreifers seien für eine Vernehmung in Gewahrsam genommen worden.

Sicherheitskräfte bringen Flughafenpersonal in Sicherheit. Knapp 3000 Menschen mussten das Gebäude verlassen.
Der französische Innenminister Le Roux (Mitte links) und der französische Verteidigungsminister Le Drian beantworten vor Ort Fragen von Journalisten.

Flugverkehr eingestellt, kein Sprengstoff gefunden

Der Vorfall löste einen Großeinsatz der Polizei aus. Sprengstoffexperten der Polizei waren im Einsatz, sie fanden jedoch keinen Sprengstoff. Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde DGAC wurde der gesamte Flugverkehr in Orly ausgesetzt.

Zwei Terminals des Flughafens seien geschlossen worden, teilte die Betreibergesellschaft ADP mit. Aus dem Süd-Terminal wurden nach Angaben des französischen Innenministeriums knapp 3000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die im West-Terminal befindlichen Passagiere seien dort abgeschirmt worden. Andere Passagiere wurden angewiesen, sich nicht zum Flughafen zu begeben. Die Flugaufsicht teilte auf Twitter mit, dass manche ankommende Flüge zum Flughafen Charles de Gaulle umgeleitet würden.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen. Erst vor einigen Wochen war nahe dem Pariser Louvre ein Mann niedergeschossen worden, der mit Macheten eine Militärpatrouille angegriffen hatte. Wegen der Terrorgefahr patrouillieren Soldaten an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen gefährdeten Orten. Der Flughafen Orly liegt südlich von Paris und ist der zweite große Airport der französischen Hauptstadt nach dem Flughafen Charles de Gaulle.

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Angreifer am Pariser Flughafen Orly erschossen
K. Gallmeyer, ARD Paris
18.03.2017 10:54 Uhr