Polizisten riegeln das von Bomben zerstörte Gebäude der Sicherheitsfirma ab. | Bildquelle: AP

Paraguay Verbrecherbande gelingt "Jahrhundert-Raub"

Stand: 25.04.2017 03:51 Uhr

Sie ging laut Polizei "planvoll und äußerst brutal vor": In der Nacht zu Montag sprengte sich in Paraguay eine Bande von etwa 50 Angreifern den Weg in den Tresor einer Sicherheitsfirma frei. Die Beute: Bis zu 40 Millionen Dollar.

Anwohner sprachen von kriegsähnlichen Szenen, die sich in der Nacht zu Montag in Ciudad del Este in Paraguay abspielten. Die Polizei nannte das Verbrechen einen "Jahrhundert-Raub". Einer Bande von etwa 50 schwer bewaffneten Angreifern gelang es, sich den Weg in den Tresor einer Sicherheitsfirma zu sprengen. Zunächst hieß es, die Beute könne bis zu 40 Millionen Dollar betragen. Diese Summe wies die vom Raub betroffene Sicherheitsfirma Prosegur jedoch zurück.

Zwei Stunden dauerte der Überfall, die Bande ging dabei äußerst taktisch vor. Zunächst setzten sie in der Nähe des Polizeireviers in Ciudad del Este Autos in Brand und zündeten zudem mehrere Sprengsätze, um die umliegenden Straßen zu blockieren. Einige der Täter griffen das Polizeipräsidium und ein regionales Regierungsgebäude mit Sturmgewehren an. Den Weg in das Gebäude des Prosegur-Unternehmens, das auch Geldtransporte organisiert, sprengten sie sich mit Raketen und Bomben frei. Der Firmensitz wurde nahezu komplett zerstört. Bei der Flucht der Täter kam es zu einer Schießerei mit der Polizei: Ein Beamter wurde getötet, fünf verletzt.

Ein ausgebranntes Autowrack in den nächtlichen Straßen von Ciudad del Este. | Bildquelle: AFP
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Mitglieder der Bande steckten nahe des Polizeireviers in Ciudad del Este Autos in Brand...

Eine Straße wurde durch die Sprengsätze komplett aufgerissen. | Bildquelle: REUTERS
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... und zündeten zudem mehrere Sprengsätze, um die Straßen zu blockieren.

Flucht ins Ausland verhindern

Die Ermittler versuchen nun, den Mitgliedern der Bande mögliche Fluchtwege in die Nachbarländer Brasilien und Argentinien abzuschneiden. Paraguays Polizeichef Luis Rojas erklärte, dafür mit den Kollegen beider Länder in Verbindung zu stehen. Zudem wurde nach Angaben von Präsident Horacio Cartes das Militär mobilisiert, um eine Flucht zu verhindern. Trotzdem geht die Polizei davon aus, dass es einigen Bandenmitgliedern gelungen ist, mit Motorbooten über den Paraná-Fluss nach Brasilien zu gelangen.

Einige Stunden nach dem Überfall konnten Polizisten einige der Bandenmitglieder stellen. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem drei Gruppenmitglieder getötet wurden, vier weitere wurden festgenommen.

Rojas vermutet, dass an dem Raub auch Polizeibeamte beteiligt gewesen sein könnten. Weiterhin gehen die Ermittler davon aus, dass auch Mitglieder der mächtigen brasilianischen Verbrecherorganisationen PCC zu der Bande gehörten.

Spektakulärer Millionenraub - Gangster sprengen Tresorraum
Ivo Maruscyk, ARD Buenos Aires
25.04.2017 06:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. April 2017 um 04:00 Uhr

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