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[Bildunterschrift: Papst und Präsident zeigten sich einig über die Bedeutung der Religion ]
Bei seinem ersten Besuch in Frankreich als Papst hat Benedikt XVI. der Debatte über die Trennung von Kirche und Staat neue Nahrung gegeben. Die Unterscheidung zwischen Politik und Religion sei notwendig, sagte der Papst während seines Besuches beim französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy im Elysée-Palast. Es sei aber auch wichtig, sich "der unersetzlichen Funktion der Religion für die Gewissensbildung" bewusst zu werden.
Er sei überzeugt, dass in einer Zeit, "in der die Kulturen sich immer mehr verflechten", ein "neues Nachdenken" über Sinn und Bedeutung der Trennung von Kirche und Staat notwendig sei, sagte der Papst. Die Kirche könne helfen, einen "ethischen Grundkonsens innerhalb der Gesellschaft" herauszubilden. In Frankreich weiche das "Misstrauen der Vergangenheit" gegenüber der Kirche allmählich einem "sachlichen und positiven Dialog".
Er würdigte, dass sich Sarkozy mit seiner Forderung nach einer "positiven Laizität" gleichfalls für ein neues Nachdenken über das staatlich-kirchliche Verhältnis ausgesprochen habe. Sarkozy hob die christlichen Wurzeln Frankreichs hervor. Sich der Religion zu berauben, sei "eine Tollheit". Für eine Demokratie sei es auch unter Beachtung des Prinzips der Laizität "legitim", mit den Religionen in einen Dialog zu treten. Die oppositionellen Sozialisten warnten umgehend, die Regierung müsse "der Wächter" des Laizitäts-Prinzips bleiben. Dies bedeute, dass Religion Privatsache in einem Staat sei, der die Freiheit der Ausübung des Glaubens garantiere.
[Bildunterschrift: Höhepunkt des Papst-Besuches wird die 150-Jahr-Feier in Lourdes.
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Sarkozy hatte Benedikt XVI. am Vormittag selbst am Flughafen begüßt, was laut Protokoll normalerweise nicht vorgesehen ist. Er wurde dabei von seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy begleitet. Benedikt XVI. wird elf Reden und Predigten in Frankreich halten, wo die Trennung von Kirche und Staat in der Verfassung verankert ist und sich immer mehr Menschen von der Kirche abwenden. Er bleibt vier Tage und nimmt an den 150-Jahr-Feiern zu den Marien-Erscheinungen im Wallfahrtsort Lourdes teil.
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