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10.02.2012

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Ausland
Papst verurteilt sexuellen Missbrauch
Benedikt XVI. zu Besuch in Portugal

Papst verurteilt sexuellen Missbrauch

Der Papst hat zu Beginn seiner Portugal-Reise die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zum ersten Mal deutlich verurteilt. Sie seien wirklich erschreckend, sagte Benedikt XVI. auf dem Flug nach Lissabon. Entstanden seien die Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche, nicht außerhalb. Nötig seien jetzt eine tief greifende Säuberung und Buße, aber auch Gerechtigkeit und Verzeihen. In Portugal selbst wurden bislang keine Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche bekannt, und es gibt auch keine öffentliche Debatte darüber. Im Mittelpunkt der Reise soll Spirituelles stehen.

von Gregor Hoppe, ARD-Hörfunkstudio Rom

Papst Benedikt XVI. in Portugal (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Papst Benedikt ist in Portugal angekommen. ]
Alle bisherigen fünf Papstbesuche in Portugal fanden um den 13. Mai statt, den Tag der Marienerscheinungen von Fatima, und auch diesmal gibt es Bezüge zu diesem Wallfahrtsort. Papstsprecher Pater Federico Lombardi hat Fatima das Herz auch dieser Reise genannt. Benedikt XVI. wird nach der Begegnung mit der Staatsspitze in Lissabon und einer ersten großen Messe dort am Mittwochnachmittag per Hubschrauber nach Fatima gelangen, und umgehend die Erscheinungskapelle des Wallfahrtsorts aufsuchen. Lombardi erklärte: "Er spricht ein Gebet, ein schönes Gebet, das sich der Gottesmutter anvertraut, nicht ein Gebet mit besonderen Bedeutungen, aber es gibt darin natürlich den Bezug auf Johannes Paul II. und das Attentat auf ihn, also es ist schon sehr dicht an Bedeutungen."

Wallfahrtsort Fatima steht im Mittelpunkt

Die Kugel, mit der Ali Agca am 13. Mai 1981 Karol Woityla auf dem Petersplatz getroffen hatte, ließ Benedikts Amtsvorgänger in die Krone der Muttergottesstatue von Fatima einarbeiten. Johannes Paul II. schrieb seine Rettung damals dem Wirken der Jungfrau von Fatima zu. Zwei der drei Hirtenkinder, denen der Überlieferung nach in Fatima die Muttergottes erschienen sein soll, sprach er im Jahr 2000 selig. Und er enthüllte das lange gehütete Geheimnis der so genannten "dritten Weissagung" von Fatima. Der damalige Glaubenspräfekt Joseph Kardinal Ratzinger übernahm es, diese Weissagung auszulegen.

Wenn er nun als Papst Benedikt XVI. das ärmste Land in Westeuropa besucht, erwartet sich der dortige Klerus Impulse in einer Zeit immer schwächer besuchter Messen. Die Gläubigen erhoffen sich tröstende und ermutigende Worte des Papstes. Er dürfte vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise viel zur Gerechtigkeit in einer Gesellschaftsordnung zu sagen haben, zu Reichtum und Armut und zum wechselseitigen Beistand zwischen den Klassen.

Motto der Reise: "Zusammen mit Dir wandern wir in der Hoffnung"

Papstsprecher Lombardi erläutert, die katholischen Bischöfe Portugals hätten das Motto der Reise – "Zusammen mit Dir wandern wir in der Hoffnung" – gerade auch aus dieser Hinsicht heraus gewählt: "Die Hoffnung, das soll den Portugiesen sagen, dass wegen einiger dramatischer Wendungen wir im Moment eine sehr schwierige Zeit durchleben, aber auch, dass uns Christi Botschaft sagt, dass wir weiter nach vorne gehen müssen, das Morgen kann besser sein, wenn jeder von uns, in diesem geschichtlichen Moment, den er erlebt, nicht auf Lösungen hofft, die von woanders her kommen, sondern aus dem eigenen Beitrag, den er leistet, bis das eben anders wird. Daher die Wahl der Bischöfe, gemeinsam mit dem Papst dem ganzen portugiesischen Volk ein Zeichen der Hoffnung zu geben."

Bei der Begrüßungs- und der Abschiedszeremonie dürfte der Papst auch wieder Stellung nehmen zu den grundlegenden Werten des Lebensschutzes und der Ehe als Sakrament. Lissabon hat vor kurzem erst einen Schritt hin zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaft unternommen, und so steht zu erwarten, dass sich Benedikt XVI. auch dazu äußert. Mit Lissabon und Porto umrahmen Aufenthalte in den beiden größten Städten des Landes die Messen und Feiern in Fatima.

Stand: 11.05.2010 13:32 Uhr
 

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