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10.02.2010

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Ausland
Der Papst und Bush
Geburtstagsempfang für den Papst in Washington
Papst Benedikt XVI. zu Besuch in den USA

Zum Geburtstag ins Weiße Haus

Der Papst lehnt den Irak-Krieg ab und kritisiert die Hinrichtungen in den Vereinigten Staaten. Dennoch wurde Benedikt XVI. bei seinem ersten US-Besuch von einem begeisterten Präsidenten Bush am Flughafen begrüßt. Der will für den Papst heute einen Geburtstagsempfang ausrichten.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkkorrespondent Washington

US-Präsident Bush empfängt Papst Benedikt XVI. persönlich in Washington. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Persönliche Geste: US-Präsident Bush empfing den Papst persönlich auf dem Flughafen. ]
"Wenn ich in die Augen des Papstes sehe, dann sehe ich Gott" vertraute Präsident George W. Bush vor der Ankunft des Papstes einem katholischen Fernsehsender an. Der erste Amerika-Besuch von Papst Benedikt XVI. veranlasste Bush zu einer ganz besonderen Premiere: Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte begrüßte ein US-Präsident seinen Gast bereits auf dem Rollfeld.

Der Papst komme nicht als Politiker, sondern als ein Mann des Glaubens, begründete Bush sein ungewöhnliches Entgegenkommen. Hunderte von Besuchern waren auf den Luftwaffenstützpunkt Andrews gekommen, um Benedikt XVI. begeistert zuzujubeln.

Großer Empfang im Weißen Haus

Nach dem Begrüßungszeremoniell sprach der Papst kurz mit George W. Bush, dessen Ehefrau Laura und Tochter Jenna. Anschließend fuhr er in einer geschlossenen Limousine zur Übernachtung in die päpstlichen Nuntiatur nach Washington. Präsident Bush wird den Papst an dessen heutigen 81. Geburtstag empfangen und hat dazu die Rekordzahl von rund 12.000 Besuchern in den Garten des Weißen Hauses geladen.

Die wichtigste Botschaft des US-Präsidenten an den Papst fasste Bush-Sprecherin Dana Perino zusammen: "Der Präsident wird dem heiligen Vater sagen, dass Millionen von Amerikanern für seinen Besuch gebetet haben. Und dass die Herzen der Amerikaner offen sind für seine Botschaft der Hoffnung."

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"Pädophile können nicht Priester sein"

Eine unmissverständliche Botschaft an Amerikas 70 Millionen Katholiken hatte der Papst bereits an Bord seiner Sondermaschine formuliert. Angesichts des jahrelangen sexuellen Mißbrauchs amerikanischer Kinder und Jugendlicher durch tausende pädophiler US-Priester zeigte sich Benedikt XVI. tief beschämt: "Wenn ich Berichte der Opfer lese, dann ist es schwierig für mich zu verstehen, wie Priester ihren Auftrag, den Kindern die Liebe Gottes zu vermitteln, derart verraten konnten."

Der Papst kündigte an, die Kirche werde sich angemessen um die Opfer kümmern und in den Priesterseminaren alles tun, damit sich ein solcher Mißbrauch in Zukunft nicht wiederhole. "Wir werden Pädophile vom Priesteramt absolut ausschließen", so Benedikt XVI. "Um es noch einmal ganz klar zu sagen: Pädophile können nicht Priester sein."

Mission für den Katholizismus in den USA

Keinen Hehl macht der Papst daraus, dass er in zentralen politischen Fragen anderer Ansicht ist als der US-Präsident. Benedikt XVI. hat den Irakkrieg immer abgelehnt und ist ein entschiedener Gegner der Todesstrafe. Doch wofür er theologisch steht, ist vielen amerikanischen Katholiken unklar. Der Papst will seinen Pastoralbesuch nutzen, um sein theologisches Profil im Amerika der konkurrierenden Glaubensrichtungen zu schärfen: unter anderem durch eine Messe vor 46.000 Gläubigen im Washingtoner Baseball-Stadion.  

Stand: 16.04.2008 02:59 Uhr
 

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