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28.05.2012

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Ausland
Großbritannien-Reise: Papst beschämt über Missbrauchsfälle
Benedikt XVI. in Großbritannien

"Tief beschämt über Missbrauchsfälle"

Bei seinem Besuch in Großbritannien hat sich Papst Benedikt XVI. tief beschämt über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gezeigt.Er empfinde tiefe Schande und Demütigung, so der Papst. Für den Abend ist eine Andacht im Hyde Park geplant. Am Nachmittag traf sich der Papst laut einem BBC-Bericht mit Missbrauchsopfern.

Von Stephan Lochner, SWR-Hörfunkstudio London

Papst Benedikt XVI. an der Kathedrale von Westminster (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Papst Benedikt XVI. spricht nach einer Messe in der Kathedrale von Westminster mit Jugendlichen. ]
Papst Benedikt XVI. hat den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche als beschämend und demütigend bezeichnet. In einer Messe in der Londoner Westminster Cathedral beklagte er das ungeheure Leid, dass den Opfern zugefügt wurde: "Ich möchte gegenüber den unschuldigen Opfern dieser unbeschreiblichen Verbrechen mein tiefes Bedauern zum Ausdruck bringen. Ich tue das gemeinsam mit meiner Hoffnung, dass die Kraft der Gnade Christi, sein Versöhnungsopfer, ihrem Leben eine tiefgreifende Heilung und Frieden bringen möge."

Alle Katholiken hätten gelitten unter den pädophilen Übergriffen - unter den Sünden einer kleinen Anzahl von Priestern. Die Kirche gehe nach dem Skandal durch eine Phase der Läuterung und müsse ihr Engagement in der Erziehung und Sorge um junge Menschen erneuern, so der Pontifex: "Ich bitte euch alle, den Opfern eure Anteilnahme zu zeigen und euren Priestern Solidarität entgegenzubringen."

Findet Treffen mit Missbrauchsopfern statt?

Zu Beginn seiner Reise hatte sich der Papst schon einmal zum Missbrauchsskandal geäußert: Auf dem Flug nach Großbritannien hatte er gegenüber den mitreisenden Journalisten schwere Fehler der Kirche im Umgang mit pädophilen Geistlichen zugegeben und von einer Perversion des Priesteramts geprochen.

Treffen mit Cameron

Am Morgen hatte sich Papst Benedikt XVI. zunächst mit führenden britischen Politikern getroffen - mit Premier David Cameron, Vize-Premier Nick Clegg und Oppositionsführerin Harriet Harman. Es waren kurze private Einzelgespräche. Die Fernsehkameras, die den Papst sonst auf Schritt und Tritt verfolgen, waren nicht dabei.

Vatikan als "wichtiger Partner"

Papst (r.) bei Cameron (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Papst (r.) bei Cameron. Über die Inhalte des Gesprächs drang nichts nach außen. ]
Premier Cameron hatte vorher angekündigt, dass er den Papst in Großbritannien herzlich willkommen heißen wird. Der Besuch auf der Insel sei sehr wichtig und historisch, so Cameron: "Natürlich wird nicht jeder allem zustimmen, was der Papst sagt. Aber wir sollten anerkennen, dass die umfassendere Botschaft des Papstes uns helfen kann, die richtigen Fragen zu stellen - über unsere Gesellschaft und die Art, wie wir miteinander umgehen. Und der Heilige Stuhl ist ein wichtiger Partner im Kampf gegen Armut und den Klimawandel.“

Warnung vor Säkularisierung

Benedikt XVI. dürfte in den Gesprächen mit den politischen Führern noch einmal darauf gedrängt haben, Glaube und Religion nicht aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Der Papst hat auf seiner Reise schon mehrfach vor Säkularismus gewarnt. Der Pontifex sagte etwa, er komme nicht umhin "meine Besorgnis zu äußern, dass die Religion und besonders das Christentum in einigen Bereichen zunehmend an den Rand gedrängt werden, auch in Ländern, die großen Wert auf Toleranz legen“.

Audio: Kommentar - Feindselige Begrüßung im säkularen Großbritannien

AudioSebastian Hesse, MDR-Hörfunkstudio London 18.09.2010 17:36 | 3'13
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Papst-Kritiker versammeln sich in London

Nachdem die Proteste gegen den Papstbesuch in Großbritannien bislang, anders als erwartet, verhalten ausgefallen sind, ist für den Nachmittag eine Großdemonstration geplant. Das Aktionsbündnis "Protest the Pope" will durch die Londoner Innenstadt ziehen. Die Abschlusskundgebung soll an der Downing Street stattfinden, dem Amtssitz des Premiers.

Peter Tatcher gehört zu den Organisatoren der Demo. Er betont, man wolle "nicht die Katholiken oder den katholischen Glauben angreifen. Aber wir kritisieren bestimmte Positionen des Papstes. Wenn er sagt, dass keine Frau für das Priesteramt geeignet ist, ist das eine Beleidigung. Und wenn er sagt, ein Ehemann darf kein Kondom benutzen, selbst wenn er HIV-positiv ist, ist das unverantwortlich."

London: Demo gegen die katholische Kirche (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mehrere Tausend Menschen protestierten in London gegen den Papst-Besuch. ]
Stand: 18.09.2010 22:47 Uhr
 

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