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11.03.2010

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Papst Benedikt XVI. in Jad Vaschem
Israel: Benedikt XVI. besucht Holocaust-Gedenkstätte
Benedikt XVI. in Jad Vaschem

Papst gedenkt ermordeter Juden

Papst Benedikt XVI. hat in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem an die sechs Millionen Opfer der Shoa erinnert. Bei der Zeremonie in der "Halle der Erinnerung", in der die Namen von 22 Konzentrationslagern auf dem Boden zu lesen sind, entzündete das Oberhaupt der katholischen Kirche die Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust neu und legte einen Kranz nieder.

Gespräch mit Überlebenden

Papst Benedikt XVI. in der Gedenkstätte Jad Vaschem (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Papst Benedikt XVI. gedachte in Jad Vaschem der Opfer des Holocaust. ]
Benedikt XVI. verfolgte die Zeremonie tief ergriffen und in sich gekehrt. Er sprach außerdem mit sechs Holocaust-Überlebenden und legte einen Kranz mit gelb-weißen Blumen an jener Stelle nieder, an der die Asche von ermordeten Juden aufbewahrt wird.

Mit klaren Worten wies das Kirchenoberhaupt zudem alle Leugner des Holocausts in die Schranken. "Mögen die Namen dieser Opfer niemals ausgelöscht werden! Mögen ihre Leiden niemals geleugnet, heruntergespielt oder vergessen werden", sagte er. Der Papst rief außerdem zu einem weltweiten Kampf gegen den Antisemitismus sowie einer friedlichen Lösung des Nahost-Konfliktes auf.

 Keine Worte zur Rolle der Kirche

Anders als von vielen Juden erhofft, ging der deutsche Papst jedoch nicht auf die Rolle der Kirche während der Judenvernichtung zur NS-Zeit ein. Der Besuch in Jad Vaschem zählte zu den heiklen Höhepunkten der einwöchigen Reise ins Heilige Land. Im historischen Museum der Gedenkstätte, das Benedikt XVI. nicht besuchte, wird sein Vorgänger Pius XII. (Papst von 1939 bis 1958) als Oberhirte dargestellt, der nicht genügend gegen die Judenverfolgung getan hat.

Gedenkstättenleiter Meir Lau äußerte sich enttäuscht über die Papst-Ansprache in Jad Vaschem. Benedikt XVI. habe die Deutschen und die Nazis als Verantwortliche für den millionenfachen Mord nicht genannt. Der Papst habe es an Mitgefühl mit den Opfern fehlen lassen, kritisierte Lau. Ein anderer Kritikpunkt von Lau waren fehlende Worte zur Piusbruderschaft. Im Januar hatte die Aufhebung der Exkommunikation von vier traditionalistischen Bischöfen, zu denen auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson gehört, das Verhältnis des Vatikans zu Israel schwer belastet. Er habe vom Papst dazu kein Wort des Bedauerns gehört, sagte Rabbi Lau im israelischen Fernsehen.

Der Besuch in Jad Vaschem war der erste Programmpunkt des Papsts in Jerusalem nach seinem Höflichkeitsbesuch beim israelischen Staatspräsidenten. Zuvor hatte er bei seiner Ankunft am Flughafen Israelis und Palästinenser zum Einsatz für den Frieden in der Region aufgerufen. Dabei sprach er sich für eine Zweistaatenlösung aus. "Die Hoffnungen zahlloser Männer, Frauen und Kinder auf eine sicherere und stabilere Zukunft hängen vom Ergebnis der Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ab", sagte Benedikt XVI..

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Am Morgen hatte der Papst seinen dreitägigen Jordanien-Besuch beendet. Vor dem Abflug aus Amman rief er alle Jordanier, Christen wie Muslime, zu religiöser Toleranz auf.

Stand: 11.05.2009 18:54 Uhr
 

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