Donald Trump

Papst kritisiert Präsidentschaftsbewerber Trump "Der ist kein Christ"

Stand: 18.02.2016 19:42 Uhr

Papst Franziskus hat dem republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Trump eine unchristliche Haltung gegenüber Einwanderern vorgeworfen. Auf seiner Rückreise aus Mexiko sagte er, wer Mauern anstelle von Brücken bauen wolle, sei kein Christ.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Papst Franziskus geht mit Donald Trump scharf ins Gericht. Angesprochen auf Trumps Vorhaben im Falle seiner Wahl zum US-Präsidenten eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen und elf Millionen Immigranten auszuweisen, sagte Franziskus: "Ein Mensch, der nur daran denkt, Mauern zu bauen und nicht Brücken, der ist nicht christlich."

Auf dem Rückflug von Mexiko wollte sich der Papst nicht dazu äußern, ob der Präsidentschaftsbewerber Trump für Katholiken wählbar sei, ließ aber an seiner persönlichen Haltung keinen Zweifel: "Dieser Mensch ist kein Christ, wenn er das so sagt."

Kritik am Papst

Zuvor hatte Trump die Reise des Papstes in die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juarez kritisiert. Dieser Papst sei eine "stark politisierende Person". Er verkenne die Gefahr, die von der mexikanischen Grenze für die USA ausgehe.

Menschen auf der US-Seite der Grenze beim Papst-Besuch in Mexiko
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Menschen auf der US-Seite der Grenze beim Papst-Besuch in Mexiko

Beim Gottesdienst in Ciudad Juarez warb Franziskus dafür Flüchtlingen aus Mittelamerika offenen Herzens zu begegnen. "Es sind Brüder und Schwestern, die aufbrechen - vertrieben durch Armut und Gewalt, durch Drogenhandel und organisierte Kriminalität", so der Papst.

"Abtreibung immer ein Verbrechen"

Bei der Pressekonferenz auf dem Rückflug nach Rom nahm Franziskus auch Stellung zu der Frage, ob im Fall einer Infektion durch das Zika-Virus bei einer Schwangeren eine Abtreibung als "kleineres Übel" ethisch geboten sei.

Dieser Auffassung widersprach der Papst. Abtreibung sei immer ein "Verbrechen", ein "absolutes Übel". Den Gebrauch von Verhütungsmitteln hält Franziskus angesichts der Zika-Epidemie aber moralisch prinzipiell verantwortbar.

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