Paraguays Präsident Horacio Cartes überreicht Papst Franziskus ein T-Shirt mit der Aufschrift "Papa Francisco". | Bildquelle: dpa

Papst in Paraguay Lob für die Demokratie und die Frauen

Stand: 11.07.2015 05:41 Uhr

Zum Abschluss seiner Südamerika-Reise besucht Papst Franziskus Paraguay. Dort hob er die demokratische Entwicklung des Landes hervor, mahnte zugleich aber weitere Anstrengungen an. Er würdigte zudem die Rolle von Paraguays Frauen.

Papst Franziskus hat seine Südamerikareise mit einem Besuch in Paraguay fortgesetzt. Während eines Empfangs bei Staatschef Horacio Cartes in Asunción würdigte er den Demokratisierungsprozess in dem südamerikanischen Land.

Seit einigen Jahren habe Paraguay ein "solides und stabiles demokratisches Projekt" vorangetrieben. In Paraguay hatte bis 1989 die Diktatur Alfredo Stroessners geherrscht, bei der nur kontrollierte Wahlen zugelassen waren.

Zugleich sprach Franziskus Paraguay auch seine Anerkennung für die Entwicklung in den Bereichen Bildung und Gesundheit aus, sowie für den Kampf gegen die Korruption. Es seien jedoch noch Anstrengungen erforderlich, bis es keine Bauern ohne Land, keine Familien ohne Heim, keine Arbeiter ohne würdigen Arbeitsplatz gebe.

Franziskus: Schwerste Lasten von Frauen geschultert

Zudem würdigte er die Rolle der Frauen in dem Land. Als Mütter, Frauen und Witwen hätten sie die schwersten Lasten geschultert, erklärte Franziskus. Damit bezog er sich auf den sogenannten Tripel-Allianz-Krieg von 1864 bis 1870, in dem Paraguay gegen Brasilien, Argentinien und Uruguay kämpfte.

Der Konflikt kostete damals laut Schätzungen 60 Prozent der Bevölkerung Paraguays das Leben. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Männer, die in den Kampf gezogen waren. Die zurückgelassenen Frauen waren maßgeblich am Wiederaufbau des Landes beteiligt.

Paraguay ist die letzte Station der achttägigen Südamerikareise des Papstes. Am Freitag hatte Franziskus in Bolivien die berüchtigte Haftanstalt von Palmasola in Santa Cruz de la Sierra besucht, in der knapp 5000 Insassen praktisch sich selbst überlassen leben. Er rief Behörden und Polizei zu würdigen Haftbedingungen auf.

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