Papst Franziskus an Karsamstag im Petersdom | Bildquelle: dpa

Papst feiert die Osternacht Eine einzige Kerze im Petersdom

Stand: 27.03.2016 05:31 Uhr

Papst Franziskus hat in der Osternacht angesichts der jüngsten Terroranschläge für Zuversicht und Hoffnung geworben. Er betrat am Karsamstagabend mit einer einzelnen Kerze den stillen und dunklen Petersdom in Rom. Am Vormittag folgt der Ostersegen "Urbi et Orbi".

Von Sarah Zerback, ARD-Studio Rom

Es ist so still vor dem Petersdom, dass jedes Räuspern zu dröhnen scheint, nur hin und wieder klicken die Kameras der Fotografen, während Papst Franziskus in der Vorhalle die Osterkerze entzündet und durch die noch dunkle Basilika zum Altar schreitet.

Die rund 7000 Sitzplätze in Sankt Peter sind besetzt. Gemeinsam mit Gläubigen, Kardinälen, Bischöfen und Botschaftern aus aller Welt hat Franziskus die Osternacht gefeiert und in der rund zweieinhalbstündigen Liturgie an die Auferstehung Christi erinnert. In seiner Predigt rief das Kirchenoberhaupt die Menschen dazu auf, sich nicht von Problemen und Hindernissen überwältigen zu lassen: "Die Dunkelheiten und Ängste dürfen nicht den Blick der Seele auf sich lenken und vom Herz Besitz ergreifen. Öffnen wir stattdessen dem Herrn unsere verschlossenen Gräber, bringen wir ihm die Steine des Haderns und das Geröll der Vergangenheit, die schweren Felsblöcke der Schwächen und des Versagens."

Papst Franziskus feiert Osternacht im Petersdom
tagesschau 10:00 Uhr, 27.03.2016

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Thema Terroranschläge

Es werde immer Probleme geben, betonte der 79-Jährige, aber sie dürften nicht das Leben bestimmen - offenbar auch mit Blick auf die Anschläge in Brüssel: "In den von Traurigkeit bedrückten Herzen, in denen, die Mühe haben, das Licht des Lebens zu finden, die Hoffnung zu wecken und wieder auferstehen zu lassen. Das ist heute so sehr notwendig." Andernfalls wäre die Kirche unfähig, der Welt die Hoffnung zu geben, nach der sie dürstet.

Bereits am Karfreitag hatte Franziskus die Attentate religiöser Extremisten scharf verurteilt. Diese seien "Terroranschläge von Anhängern mancher Religionen, die den Namen Gottes entweihen und die den heiligen Namen benutzen, um ihre beispiellose Gewalt zu rechtfertigen."

Papst Franziskus tauft die Frau des koreanischen Botschafters | Bildquelle: dpa
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Papst Franziskus tauft die Frau des koreanischen Botschafters

Höhepunkt des Kirchenjahres

Die Osternacht ist der Höhepunkt des katholischen Kirchenjahres und läutet das Ende der Fastenzeit ein. Nach den stillen Tagen seit Gründonnerstag, läuten zum ersten Mal wieder die Glocken, spielt zum ersten Mal wieder die Orgel.

Wie in dem feierlichen Gottesdienst üblich, taufte Franziskus zwölf Erwachsene und Jugendliche aus aller Welt, darunter den südkoreanischen Botschafter in Italien und seine Frau.

Ostermesse und "Urbi et Orbi"

Auf dem Petersplatz folgt heute Vormittag dann die Ostermesse - der Höhepunkt der Feierlichkeiten. Dabei spendet der Papst den Segen Urbi et Orbi - der Stadt und dem Erdkreis - vor zehntausenden Pilgern und Besuchern.

Auch diese Feier wird von den jüngsten Terroranschlägen überschattet. Nach Angaben italienischer Medien sichern am Wochenende eintausend zusätzliche Polizisten und Carabinieri das Stadtzentrum und die Gegend um den Petersdom, darunter spezielle Anti-Terroreinheiten und Scharfschützen.

Papst Franziskus feiert die Osternacht
S. Zerback, ARD Rom
27.03.2016 10:36 Uhr

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