Menschen auf der US-Seite der Grenze beim Papst-Besuch in Mexiko  | Bildquelle: dpa

Abschluss der Mexiko-Reise des Papstes Franziskus beklagt "Tragödie der Zwangsmigration"

Stand: 18.02.2016 07:10 Uhr

Direkt an einem Drehkreuz für Drogen- und Menschenhandel hat Papst Franziskus an das Drama der Armutsflüchtlinge erinnert, die jedes Jahr in die USA wollen. Er prangerte zum Abschluss seiner Mexiko-Reise aber auch Zwangsmigration als ein "globales Phänomen" an.

Der Ort war als Symbol ausgesucht worden: Papst Franziskus hat an der Grenze zwischen Mexiko und den USA über das Migrationsdrama in dieser Region geklagt. "Wir können die humanitäre Krise nicht leugnen", sagte Franziskus während einer Predigt unter freiem Himmel in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez in der mexikanischen Unruheregion Chihuahua.

Die Messe vor Zehntausenden Menschen wurde auch von Gläubigen auf der anderen Seite der Grenze verfolgt. Der Papst war am letzten Tag seines Besuches in Mexiko bis an wenige Meter an die US-Grenze gereist. Franziskus klagte dort über die "schrecklichen Ungerechtigkeiten", die viele Migranten aus Lateinamerika in der Grenzregion erleiden müssten. Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen, die Grenze zu den USA auf der Flucht vor Armut und Gewalt zu passieren. Viele diese Menschen gerieten in die Hände von Menschenschmugglern und würden "versklavt, verschleppt und erpresst", sagte der Pontifex.

Abschluss des sechstägigen Mexiko-Besuchs von Papst Franziskus
tagesschau 12:00, 18.02.2016, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko

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Jugendliche besonders betroffen

Die Migranten würden nicht nur unter der Armut, sondern zudem unter dieser Gewalt leiden. Diese Ungerechtigkeit treffe Jugendliche in noch radikalerer Form, mahnte Franziskus: "Sie werden wie Kanonenfutter verfolgt und bedroht, wenn sie versuchen, aus der Spirale der Gewalt und der Hölle der Drogen auszubrechen". Die menschliche Tragödie der Zwangsmigration sei heute ein globales Phänomen.

Papst Franziskus, Archivbild | Bildquelle: AP
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Papst Franziskus beklagte "schrecklichen Ungerechtigkeiten", die viele Migranten aus Lateinamerika erleiden müssten.

Der Papst erinnerte auch an das Schicksal von Dutzenden von ermordeten Frauen in Ciudad Juárez. Die Stadt ist seit langem Drehkreuz für Drogenhandel und Armutsmigration im Norden Mexikos. Sie galt jahrelang als einer der gefährlichsten Orte der Welt.

Am Gottesdienst auf einem Messegelände von Ciudad Juárez nahmen offiziellen Zahlen zufolge mehr als 200.000 Gläubige teil. Weitere Zehntausende verfolgten die Messe live in einem Stadion des nur wenige Meter entfernt liegenden El Paso im US-Bundesstaat Texas. Auf beiden Seiten der Grenze standen zudem Tausende Menschen.

Besuch in Haftanstalt

Franziskus hatte zuvor eine Haftanstalt in Ciudad Juárez besucht. Er kritisierte dort die miserablen Zustände in vielen Gefängnissen und forderte eine menschlichere Behandlung für straffällige Menschen. Seit Jahrzehnten würde die Gesellschaft nur einsperren und ausgrenzen als Lösung für soziale Probleme. Die Wiedereingliederung der Menschen beginne aber nicht zwischen den Mauern der Gefängnisse, sondern draußen auf den Straßen, sagte der Papst.

Nach der Messe reiste der Papst von Ciudad Juárez aus zurück nach Rom. Am Flughafen wurde er von Präsident Enrique Peña Nieto verabschiedet.

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